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In einem Bächlein helle...

hier wird über das Fischen auf Forelle,Saibling,Renken und Lachs diskutiert!

In einem Bächlein helle...

Beitragvon Gädda » 24.03.2009, 21:42

wer kennt es nicht, das berühmte Schubert Lied von der Forelle die im hellen Bächlein in froher Eil herumschießt - bis der Fischer kommt, das Bächlein tückisch trübe macht und die Forelle fängt.

Dieses Lied ist mir auch heute eingefallen als ich am Bach stehend meinen Streamer eher lustlos an der einen oder anderen erfolgversprechenden Stelle warf - allein es war vergebens: das Wasser war viel zu trüb und nach einer knappen Stunde gab ich es dann auf. Naja, es war trotzdem ein schöner Ausflug mit fantastischer Abendsonne und ich habe mein neues Revier wieder ein Stück kennengelernt.

Aber die Textpassage wo der Fischer das Wasser antrübt um den Fisch zu fangen geht mir nicht aus dem Kopf: Ich habe schon mehrmals versucht bei trübem Wasser auf Forellen zu fischen und dabei wenig bis gar nix gefangen. Ist da was dran oder hat es der Dichter (übrigens witzigerweise ein Herr Schubart) nur des Reimes wegen so geschrieben und es entbehrt jeder Grundlage :?:

Wie denkt ihr darüber?

Gruß, Gädda
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Re: In einem Bächlein helle...

Beitragvon Manni1903 » 25.03.2009, 05:42

du bist da nicht alleine! mir erging es vorgestern genauso- ich kann mich ebenfalls kaum erinnern das ich in dieser "phase" wo auch das "schneewasser" von den bergen runterkommt ich was anständiges gefangen hätte! hängt wohl auch an der farbe und der temperatur des wassers!

mfg
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Re: In einem Bächlein helle...

Beitragvon Lupus » 25.03.2009, 06:45

Hallo Gädda!
Ich hätte glaube ich, am Samstag schon etwas fangen können. Das Wasser war zwar etwas hoch, aber nur leicht angestaubt. Aber da mich mein älterer Sohn, der derzeit recht weit weg beschäftigt ist und mich nur fallweise besuchen kommt, bei mir war und mit mir spazierengehen wollte, konnte ich den Bach (wo sonst geh ich hin spazieren?) nur anschauen. Aber ich sehe das gelassen und muss nicht meine erste Forelle bereits im März fangen.
Was das trübe Wasser betrifft, so ist natürlich kaltes gletschertrübes Wasser sicher nicht gut. Was der alte Schubart wohl gemeint haben dürfte, war, dass beispielsweise bei beginnendem Regen, wenn sich Seitenbäche einzutrüben beginnen, allerhand Nahrung in den Hauptbach getrieben wird und das vielleicht die Forelle aktiver und weniger scheu macht. Das bezieht sich natürlich auf die wärmere Jahreszeit und dürfte in dem Fall eben so funktioniert haben. Wir dürfen es nur nicht mit heutigen sportlichen Gesichtspunkten betrachten.
Mir fällt beim Forellenfischen auch immer etwas vom Schubert-Franzl ein. Nämlich eine wohl "halbfiktive" Geschichte in einem alten Angelbuch, welches ich habe. Der Titel der Geschichte ist "Das Forellenquintett" und es geht darum, wie Schubert anläßlich eines Klavierkonzertes, welches er am Lande auf irgendeinem Gutshof gab, vom Gutsherrn eine Angel in die Hand gedrückt bekam und sozusagen die Praxis von der von ihm geschriebenen Musik selber ausprobieren durfte.
Nur fischte er aufgrund seiner Kurzsichtigkeit und seines neuen Jagdfiebers über die Grenze, und der Landjäger des Nachbargrafen-Reviers nahm ihn fest und erst als ein Spinett herbeigeschafft wurde, konnte er durch sein Spiel beweisen, wer er wirklich ist, also der Herr Schubert und nicht irgendein dahergelaufener gemeiner Forellendieb :lol: ....
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Re: In einem Bächlein helle...

Beitragvon Gädda » 25.03.2009, 07:29

Lupus, danke für die vergnügliche Schnurre vom vermeintlichen Schwarzfischer Franz Schubert

Mein Beitrag sollte eigentlich kein Klagelied werden dass ich nix fang weil das Wasser so verd... hoch und schmutzig ist, ich hab mich mittlerweile schon damit abgefunden. Ich sehe es inzwischen ähnlich gelassen wie du - die Saison dauert noch sehr lange :D

Mir ist dann noch eine Redewendung eingefallen: "im Trüben fischen" - und habe dazu folgende Erklärung gefunden: anscheinend kommt das von Fischern die den Uferschlamm aufgewühlt haben um die Fische in ihre Netze zu treiben.

Gruß, Gädda
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Re: In einem Bächlein helle...

Beitragvon posti » 25.03.2009, 09:10

Servus,
ich glaube, dass der Herr Schubert vom Angeln schlichtweg keine Ahnung hatte :lol:

Im Ernst: der Fisch wird mit Sicherheit von der Schlammwolke (leider Pech für ihn: ins Netz) flüchten. Das funktioniert 100%ig.
posti
 

Re: In einem Bächlein helle...

Beitragvon Lupus » 25.03.2009, 09:18

posti hat geschrieben:Servus,
ich glaube, dass der Herr Schubert vom Angeln schlichtweg keine Ahnung hatte :lol:

Im Ernst: der Fisch wird mit Sicherheit von der Schlammwolke (leider Pech für ihn: ins Netz) flüchten. Das funktioniert 100%ig.

Hallo posti:
Nun ja, wenn, dann der Herr Schub a r t , denn er hat ja den Text verfasst. Aus Musik, und mag sie noch so programmatisch komponiert sein, kann glaube ich selbst der musikalischste Angler nicht ableiten, ob der Komponist etwas vom Angeln versteht oder nicht :wink:
Gruß. Lupus
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Re: In einem Bächlein helle...

Beitragvon posti » 25.03.2009, 10:22

Servus Lupus,

Lupus hat geschrieben:
posti hat geschrieben:Servus,
ich glaube, dass der Herr Schubert vom Angeln schlichtweg keine Ahnung hatte :lol:

Im Ernst: der Fisch wird mit Sicherheit von der Schlammwolke (leider Pech für ihn: ins Netz) flüchten. Das funktioniert 100%ig.

Hallo posti:
Nun ja, wenn, dann der Herr Schub a r t , denn er hat ja den Text verfasst. Aus Musik, und mag sie noch so programmatisch komponiert sein, kann glaube ich selbst der musikalischste Angler nicht ableiten, ob der Komponist etwas vom Angeln versteht oder nicht :wink:
Gruß. Lupus

Ok, du hast gewonnen, es war der Daniel Schubart. ;-)
Aber möglicherweise war gar nicht das Angeln gemeint, denn wenn man den Text genau betrachtet, war es bloß Schweinkram aus der "Guten Alten Zeit". 8)

So zuckte seine Rute,
Das Fischlein zappelt dran,
Und ich mit regem Blute
Sah die Betrogne an.....


Ich kann mich nämlich nicht daran erinnern, dass meine Angelrute jemals gezuckt hätte :lol:
posti
 

Re: In einem Bächlein helle...

Beitragvon Lupus » 25.03.2009, 10:51

Nun ja, posti:
Das liegt eben in der Natur der Sache, dass derlei Kunst eher am Kontemplativen als am Fachkundigen oder gar Waidgerechten orientiert ist.
Klar: Würde ein Fangbericht hier im Forum in diese Richtung gehen, so würde ich zumindest versuchen, einen Schleier der Barmherzigkeit über die Prozedur zu breiten, aber angesichts von Begebenheiten, die im Liede und der Poesie von vor 190 Jahren beschrieben werden, sehen wir uns nicht als Maß der Dinge ob deren Waidgerechtigkeit und Fachkundigkeit an :wink: .
Und Hand auf´s Herz: Ist nicht bekanntlich in der Kunst eine gewisse Freiheit angesagt, die wohl auch über vielleicht selbst damals geltende Fischereibestimmungen hinausreicht :wink: . Vielleicht war es ja ein Schwarzfischer....
Lg. Lupus
P.S.: Natürlich ist es verwerflich, wenn der Meister der Dichtkunst der Biedermaierzeit noch nichts vom bereits seit der Zeit von Walther von der Vogelweide gepriesenen "Vederangel" (Vorreiter der Fliegenfischerei) gehört hatte, was ja auch 1820 schon als ein alter Hut von vor 600 Jahren (nach damaliger Zeit) gegolten haben müsste :lol:
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Re: In einem Bächlein helle...

Beitragvon posti » 25.03.2009, 11:33

Servus Lupus,
Lupus hat geschrieben:...
P.S.: Natürlich ist es verwerflich, wenn der Meister der Dichtkunst der Biedermaierzeit noch nichts vom bereits seit der Zeit von Walther von der Vogelweide gepriesenen "Vederangel" (Vorreiter der Fliegenfischerei) gehört hatte, was ja auch 1820 schon als ein alter Hut von vor 600 Jahren (nach damaliger Zeit) gegolten haben müsste :lol:

so gern ich es auch täte, aber dem ist jetzt wirklich nicht mehr hinzuzufügen - zuviel schreckliche Wahrheit liegt in dieser Aussage :lol:
posti
 

Re: In einem Bächlein helle...

Beitragvon frauennerfling » 25.03.2009, 12:25

lieb leute!

ich verfolge eure diskussion und es amusiert mich.
aber ich habe mich über die textpassage, die ich seit meiner kindheit kenne, nie gewundert, da es für mich vollkommen logisch ist, wie sich die situation abgespielt haben muss:
es kommt ein fischer zu einem kleinen gumpen an einem kleinen, hellen bächlein. er sieht eine forelle; diese hat ihn aber schon längst gesehen, weil der dummkopf sich nicht angeschlichen hat. er hält ihr einen wurm (der damals wohl gängigste köder) vor die nase - sie nimmt den köder aber nicht, weil er sie eben gescheucht hat und sie den fischer optisch wahrnimmt. dann trübt er das wasser ein, hält seinen wurm - der auch verlockend riecht - wieder ins wasser und weil sie den fischer nicht mehr sieht wähnt sie sich in sicherheit und nimmt den köder! so funktioniert das an einem kleinen bächlein eben und so funktionieren auch die fische......noch fragen?

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Re: In einem Bächlein helle...

Beitragvon BrownTroutFan » 05.04.2009, 18:31

Mit großem Interesse habe ich diesen Thread gelesen. Und in mir ist das spontane Gefühl aufgestiegen, hier ein Foto zu posten, das ich heute gemacht habe. Zwei weitere findet ihr hier: viewtopic.php?f=13&t=8871&start=15" onclick="window.open(this.href);return false;

Das Wasser in diesem Bächlein war derart helle, dass es auf dem Bild fast gar nicht erkennbar ist. Wer genau schaut, wird auch den Schatten der Forelle entdecken. Das Licht kam von rechts hinten, der Schatten ist links vorne am Boden. Die Sonnenstrahlen gaben unter Wasser der Rückenflosse ihre reizvolle Farbenpracht.

Ich habe mich über dieses - unerwartete - Bild mindestens so gefreut wie über einen schönen Fang ;-)
Dateianhänge
Bachforelle3af.jpg
Bachforelle in klarem Bacherl
Bachforelle3af.jpg (183.58 KiB) 683-mal betrachtet
BrownTroutFan
 


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