
Manchmal denke ich, je einfacher mein Leben wird, desto besser lebt es sich. Im Prinzip beschäftige ich mich diesen Sommer mit genau fünf Dingen: Arbeiten, arbeiten, arbeiten, angeln und bei gelegentlichen Kneipenbesuchen übers Angeln reden. So wie im Blog, nur in kürzeren Sätzen und breitem Lovntola-Dialekt, und zu späterer Stunde auch schon einmal etwas lauter und ein wenig undeutlich. Also, wenn ihr einmal an einem Wochenende zufällig im schönen Wolfsberg seid, ins Wutscha kommt und ein Typ, der gleich aussieht wie ich, sitzt mit einem Bier an der Theke, während ihr euch denkt "Der Polsi kann das ja net sein, der ist ja am Wasser", seid versichert, ich bin es. Bevor ihr mich nun aber ansprecht, geht zuerst tief in euch und vergewissert euch, dass ihr mindestens eines dieser beiden Kriterien erfüllt: 1. Jeder zweite eurer Gedanken dreht sich um Karpfen und jeder erste darum, wie man sie fängt plus ihr wollt mir für das Lesevergnügen, das ich euch liefere, ein Flascherl ausgeben, 2. Ihr seid zwischen 20 und 40, gutaussehend, leicht angetrunken und vor allem weiblich.

Heute hat es 37 Grad, der heißeste Tag des Jahres (bisher). Ich: Schwitzend im Büro, Mittagspause, die letzten Sessions Revue passieren lassend.
In letzter Zeit ging es wieder einmal drunter und drüber, deshalb kam ich nicht dazu, den Blog weiter zu führen. Es folgt eine kurze Zusammenfassung. Ich verbrachte erstmal eine wahnsinnig geile Geburtstagsparty und bekam zentnerweise Boilies geschenkt. Solche Freunde braucht man....

Zwischen Feiern und arbeiten fand ich immer wieder noch ein bisschen Zeit für ein paar Nachterl am Wasser. Juhu!!! Die ersten beiden absolvierte ich wieder auf meinem Futterplatz am Stausee. Obwohl hier in letzter Zeit gleich zwei Fische über 12 Kilo gefangen wurden (einer von Tomster, einer von mir), ging ich beide Male bis auf eine Brachse und einen verlorenen Satzler leer aus, weiß der Geier warum. Zumindest verschonten mich die Satzkarpfen mit Beißorgien und ich konnte ein paar Stunden schlafen.
Nach einem Arbeitstag stattete ich meinem Kurzsessiongewässer einen Besuch ab. Es war recht voll und meine bevorzugten "Big Fish Swims" waren alle mit Karpfenproleten belegt, deshalb ging ich dem Angeldruck aus dem Weg und befischte eine engere Stelle des Gewässers. Ich probierte eine neue Kugel aus: "Open Water" vom österreichischen Hersteller Boilie & More, extra für Kärntner Verhältnisse gemacht. Das Rig landete vor einem kleinen Seerosenfeld, eigentlich eine sichere Bank für einen schnellen Biss.

Plötzlich brach ein leichtes Gewitter über mich herein, gefolgt von Sonnenschein. Das Gewitter kam zurück, und zwar heftiger als zuvor.

Und so kam es, dass ich meinen ersten "Open Water"-Fisch im strömenden Regen drillen musste. Es war ein bildhübscher Schuppi zwischen 8 und 9 Kilo.

Tags darauf wollte ich nach der Arbeit wieder den Stau beackern, doch ich musste meine Stelle in einem erbärmlichen Zustand vorfinden. Der Abschaum des angelnden Volkes hatte sich hier ausgetobt: Plastikflaschen lagen herum, die Ufervegetation war plattgedrückt, überall fanden sich abgerissene Äste und Zweige, Dosenmais im Uferwasser, Karpfenschuppen auf dem Boden. Ich bekam augenblicklich einen richtigen "Grant" und überlegte ernsthaft, wieder heim zu fahren, doch ich rang mich schließlich doch durch, hier zu bleiben, nachdem ich erst einmal Ordnung geschaffen hatte. Eh klar. Und ich sollte es nicht bereuen.

Die Nacht war warm, der leichte Wind kräuselte die Wasseroberfläche, auf der sich der Mond spiegelte. Und auch die Gelsen waren mir milde gesonnen. Der erste Fisch war eine Mini-Brachse, doch von 2 bis 7 Uhr morgens konnte ich drei Stausee-Karpfen zum Biss überreden, von ganz klein bis zu geschätzten 8 Kilo. Die Fische ließen mir sogar Zeit, zwischen den Bissen ein wenig zu schlafen, so dass ich gut ausgeruht wieder an die Arbeit gehen konnte.



Wir sehen uns am Wasser oder im Wutscha!






