Eine Schande nur, dass ich diesen Herbst so wenig Zeit habe. Glücklicherweise konnte ich mir aber einige Nächte frei schaufeln, so dass ich doch noch auf mein Pensum an Angelstunden kam.
Nachdem ich außerdem längere Zeit keinen Blogeintrag mehr einstellen konnte, weil ich vor lauter Stress fast am Routieren war, berichte ich euch nun, was bei mir im Oktober so los war... oder auch nicht los war. Nach dem Filmdreh zur Amateurproduktion "Between the Lines" am Hirschgartenteich in Niederösterreich freute ich mich schon auf ein paar gemütliche Sessions in Kärnten. Die Zeit ließ aber vorerst kaum längere Ansitze zu. Um die schlimmsten Entzugserscheinungen zu beseitigen, schob ich gelegentliche Ultra-Shortsessions am Glory Hole ein, jeweils nur ein paar Stunden nach Einbruch der Dunkelheit. Der Erfolg blieb aus, und bis auf ein paar Schnurschwimmer tat sich nichts. Gut, in der kurzen Zeit konnte ich keine Massenfänge erwarten. Ich war am Wasser, und das war gut so.

Dann stand ein langes Wochenende bevor. Als Lebenskünstler mit nur wenigen wirklich wichtigen Verpflichtungen war mir von vornherein klar, dass nun meine Zeit kommen würde. Als erstes ging es an die Krauthölle, und zwar mit Mr. Rieger himself. Bei unserer Ankunft grüßte uns wunderbares Herbstwetter, und kein einziger anderer Angler war in Sicht. Wir beluden unsere Boote und bezogen einen fast schon todsicheren Platz, von dem aus wir so ziemlich alles befischen konnten: flache Buchten, tiefe Rinnen, Kraut, überhängende Bäume. Die Nacht verlief traumhaft. Die Temperaturen waren genau richtig, nicht zu kalt und nicht zu warm, und so schliefen wir tief und fest. Der Glühwein und die schweigenden Bissanzeiger taten das Übrige.
Am nächsten Morgen hieß es moven! Da wir offensichtlich in fischleerem Gebiet angelten, besiedelten wir nun einen ganz anderen Gewässerbereich.

Hier war das Wasser traumhaft klar, und wir konnten sogar ein paar Karpfen ausmachen. Keine Frage, dass unsere "Confidence" ins Unermessliche stieg. Wir legten die Köder auf Sicht ab. Ein Traum zu sehen, wie perfekt die Montagen am Grund liegen, umgeben von ein bisschen Beifutter. Blöd nur, dass sie am nächsten Tag noch immer unverändert dalagen.


Auf der Heimfahrt kam mir Markus in den Sinn, der sein Glück in dieser Nacht am Hafnersee verbringen wollte. Warum nicht einfach mitangeln? Ein Telefonanruf, und alles war klar. Schnell heim zum Duschen und Aufrüsten und dann ab auf die Autobahn Richtung Keutschacher Gegend. Unser Swim war eine einzige Katastrophe. Das Wasser stand knöcheltief auf der Wiese, so dass wir nur in Wathosen manövrieren konnten. Für Unterhaltung sorgte ein vierköpfiges und demnach auch vierzeltiges Karpfenteam am anderen Ufer, das geschlagene zwei Stunden lang brauchte, um ihre Bissanzeiger einzustellen, was immer man bei den Dingern auch einstellen kann. Großen Wert legten die Jungs auf Lautstärke, so dass wir uns sicher sein konnten, dass wir einen Biss am anderen Ufer nicht versäumen würden, schließlich klingelten deren Funkboxen lauter als unsere eigenen, obwohl 300 Meter entfernt.


Klingeln tat in dieser Nacht gar nichts, weder bei uns, noch bei denen. Schnell war am Morgen das Tackle zusammengepackt und der kilometerlange Feldweg per Trolley hinter mich gebracht. An diesem Abend warf ich meine Ruten am Glory Hole aus. Es wäre doch gelacht, wenn hier auch nix gehen würde. Doch ob ihr es glaubt oder nicht: Ich erwachte um 9 Uhr morgens und hatte nicht einmal bemerkt, dass Robert, der neben mir fischte, bereits sein komplettest Tackle abgebaut und entfernt hatte. Nicht ein Pieper hatte die Stille der Nacht durchbrochen.
Fazit: Vier Nächte an drei verschiedenen Gewässern. Viermal auf- und abgebaut, viermal vergeblich gehofft. Ob der dicke Herbstkarpfen heuer noch kommt? Ich wage es zu bezweifeln.










