Doch jetzt war die Gelegenheit perfekt: Vor mir liegt eine Woche, in der durchgehendes Karpfenangeln auf dem Plan steht. Da wollte ich in meine letzten paar Overnighter kurz vor dem Urlaub ein wenig Abwechslung rein bringen. Noch dazu war Kollege Kralle fischenderweise in der Nähe und versorgte mich mit perfekten Köderfischen: fingerlange Lauben. Danke nochmal dafür!
So wie ich den Citroen auf dem Parkplatz des Gewässers abstellte, kam auch schon Mr. Carpisafourletterword samt Anhang angefahren, und mit ihm kam der Regen, der eigentlich gar nicht vorhergesagt war. Naja, wenigstens brachte er mir ein paar Ausgaben der englischen "Carp World" mit. Null problemo! Ich hatte genug Zeit und wartete beim Durchblättern der Magazine auf eine Besserung des Wetters.

Die trat rasch ein, und schon war ich an meinem anvisierten Platz.
Die Montagen waren schon vorbereitet, es mussten nur noch die Köderfische befestigt und snowman-mäßig austariert werden. Ich entschied mich für einen Spot mit Schottergrund in absoluter Ufernähe. Hier wandte ich das Prinzip der indirekten Anfütterung an und unterhielt einen großen Laubenschwarm mit einem nassen Grundfutterbrei, der fette Wolken im Wasser bildete.


Ein ungewöhntes Gefühl, 20 Gramm schwere Bleie an feinen Ruten zu werfen, wenn man es die letzten Jahre fast ausschließlich mit Gewichten ab 80 Gramm und deutlich weiteren Distanzen zu tun hatte.


Irgendwann lagen die Köder aber dort, wo sie sollten, und das Warten konnte wieder beginnen, genauso wie der Regen.
Kaum eine Stunde später kam der erste Biss. Aber was soll man dazu sagen?

Naja, zumindest ein Raubfisch...
Wie Helge Schneider in "Jazzclub" schon sagte: "Der Zander ist ein sehr schwer zu fangender Fisch". Darum blieb die restliche Nacht auch ruhig. Oder lag es an meiner raubanglerischen Inkompetenz? Egal, ich schlief um etwa Mitternacht ein, wachte um drei Uhr morgens aufgrund wirrer Träume auf und schlief dann bis sechs weiter. Insgesamt also mehr Schlaf als ich in manchen "Nichtanglernächten" bekomme. Zudem waren die Temperaturen mit rund 10 Grad perfekt zum Übernachten im Freien. Der Kopf an der kühlen Nachtluft, der Rest im wohlig-warmen Schlafsack.

Die Zander sind nochmal davon gekommen, aber eines ist sicher: Ich komme wieder. Bald. Sehr bald. Noch heute. Jetzt!






