Hallo Freunde!
Was ich mit Halbjahresbilanz meine, ist ja klar, aber warum ich mich als „Halbstarker“ bezeichne, muß ich erst näher erklären:
Da ich, wie die meisten die mich kennen oder lesen wissen, dass ich fischereilich eher ein breites Spektrum abschöpfe, führt diese „Sucht“ nach buffetmäßigem „Kosten und Naschen“ von all dem, was unsere Anglerwelt saisonmäßig so bietet, zwangsläufig zu einer gewissen Oberflächlichkeit, da man ja nicht in allen Sparten Spezialist sein kann.
Fischt man genauso gerne mit Schwimmer, auf Grund, mit der Fliegen – und Spinnrute, so fehlen gewisse „Feinheiten“. So heißt Spinnfischen etwa für mich nichts anderes als Blechlöffel oder Holzwobbler (und die Ausdrücke „jiggen, twitchen oder twisten“ schreibe ich glaube ich nicht einmal richtig) , Grundfischen ist meistens nichts anderes als „ohne Schwimmer, mit einem Ringerl zwischen den ersten beiden Rutenringen, beim Schwimmerfischen ist „halt a Küü´- oder a Stopplzeugl “ …. usw. …..
Vielleicht ist das jetzt bewußt untertrieben, denn ein paar Feinheiten und eigene Stile finden sich natürlich im Laufe des Jahres schon.
Bei den Fischen bedeutet das natürlich auch, dass bei mir der einzigartige Rekordfisch eher fehlt, weil ich einfach nicht die Zeit, Energie und das Geld dafür aufbringe, mich da zu spezialisieren.
Dafür kann ich aber fast in jeder Situation meine Fische fangen, und soweit ich mich erinnere, war ich dieses Jahr bis jetzt kaum jemals „Schneider“.
So lebt es sich also bequem und behaglich als „König der Mittelmäßigen“ oder als „Halbstarker“, der von allem „a bissl was“ weiß.
Nun aber zu den Fischen:
Bereits Mitte Jänner gab es so ein warmes „Jännerloch“, und zusammen mit einem guten Freund und Fischerkollegen wagten wir am weitgehend eisfreien Revier unseren ersten Ausflug und fingen jeder einen schönen Jännerkarpfen.
Als es wieder kälter wurde, konzentrierte ich mich im Fließwasser auf winterliche Weißfische und konnte einmal bei bedecktem windigen Wetter und leicht erhöhtem Wasserstand in 2 Stunden 10 prächtige Aitel bis über 50cm fangen.
In Erinnerung blieb mir auch ein Karpfen, den ich wirklich bei „Polartemperatur“ an einer ganz schmalen eisfreien Stelle nach 2 Stunden Händeabfrieren tatsächlich fing.
Mit dem März kam schon der Frühling, und die Karpfenfänge häuften sich.
Gleichzeitig ging es diesmal wirklich auf Gongschlag am 16. März auf die Rotgetupften los. Die Wasser – und Wetterverhältnisse waren ideal, die Standorte der gut durch den Winter gekommenen Forellen hatte ich schon einige Tage zuvor inspiziert.
Immer stärker wurde die Kraft des Frühlings, und um Ostern war es sogar richtig heiß. Wieder hatte ich die „Qual der Wahl“ zwischen Fliegenfischen und geruhsamen Ansitz in den Donauauen. Manchmal wurde sogar „gesplittet“: In der Früh auf Karpf und Schlei, am Abend in die andere Richtung mit Fliegenausrüstung bewappnet zum „Abendsprung“. Der warme Frühling machte auch früher als sonst ein gezieltes Fischen mit der Trockenfliege möglich.
Der Wonnemonat Mai bescherte mir „Goldbarren“ in Form von Schleien, und führte mich auch schon erstmals auf die Wanderschaft zu Traum-Salmonidengewässern in der Obersteiermark.
Forellen, Saiblinge und Äschen sollten meinen natürlich an Schonhaken angebotenen Fliegen nicht widerstehen und konnten auch gleich wieder schwimmen.
Jetzt fehlten nur noch die Raubfische, und ich fieberte dem Juni entgegen. Würde ich die Zander finden, sollte ich eher mit totem Köderfisch an einer „todsicheren“ Stelle (die sich genauso gut als Flop erweisen kann, denn manchmal sind todsichere Stellen absolut „tot“? Oder sollte ich diese begehrten Räuber eher aktiv suchen?
Beim Hecht sollte es ja leichter sein. Andererseits assoziiere ich den Juni eher mit dem stacheligen Räuber Zander und meine große Hechtzeit kommt immer erst im Herbst.
Aber es kam alles wie nach Plan. Die Zander schienen mich zu mögen, egal ob ich beschaulich ansaß oder pirschte. Und wenn ich, nachdem die Dunkelheit dem Morgen Platz gemacht hatte, einen ordentlichen breiten Blechlöffel in den Karabiner schlaufte, haute auch noch ein wütender strammer Esox hinein.
So habe ich mit den vier Basisangelmethoden (Schwimmer, Grund, Spinn, Fliege) jeweils meine „phantastischen Vier“ gefangen: Karpf, Schlei, Zander, Hecht in den Donauauen, und Bach- und Regenbogenforelle, Saibling, Äsche mit der Fliege.
Natürlich höre ich jetzt nicht auf und sehe einem herrlichen Sommer und einem „heißen Herbst“ entgegen, aber doch muß ich schmunzelnd feststellen, mein „Jahresziel“ schon jetzt erreicht zu haben. Vielleicht werde ich es deshalb auch in der ganz heißen Jahreszeit ein bissl kommoder angehen, aber was ein richtiger Angler ist……






