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Gespließte noch zeitgemäß?

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Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon DryFly » 10.10.2011, 10:04

Eine Frage an die Fliegenfischer im Forum:
Wie steht ihr eigentlich zum Thema "Gespließte"? Es gibt hierzu ja eine Vielzahl an Pro und Kontras, teilweise begründet (eigene Erfahrung), teilweise eigentlich nur Nachgeplapper von Stereotypen (zu schwer, zu empfindlich,....).
Hält ihr Gespließte eigentlich noch für zeitgemäß?
Gruß, DryFly

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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon Hanso » 10.10.2011, 13:34

Hallo,

mangels eigener Erfahrung kann ich nicht genau sagen ob gespließte Ruten noch zeitgemäß sind oder nicht...

Mir persönlich sind die Ruten einfach zu teuer. Ich muss aber auch gestehen, dass ich meine Fliegenruten eher als Werkzeug betrachte mit denen ich meinem Hobby nachgehe. Wenn jemand eine Gespließte fischt ist es denke ich aber mehr als das. Da geht es um Kunshandwerk, Tradition, Ästethik, etc....

Ich würde da den Vergleich zu einem Oldtimer heranziehen. Er ist vielleicht auch nicht mehr gerade zeitgemäß, hat aber etwas ansich das Leute dazu bringt damit herumzufahren obwohl sie um gleiches Geld bestimmt praktischeres kaufen könnten....

gruß
Zuletzt geändert von Hanso am 10.10.2011, 14:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon doublefish » 10.10.2011, 14:04

Hallo Dryfly!

Ich kann auch nur das widergeben, auch auf die gefahr hin dass es sich dabei um ein vorurteil handelt, was mein persönlicher eindruck betr. image der gespliessten ist (da ich so eine noch nie selber verwendet habe): überteuert und vor allem für jene zielgruppe gedacht, die sich gerne teure, seltene dinge leisten kann und will um sich von der masse der anderen fliegenfischer (dem einfachen volk) abzuheben.......

Matt
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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon Schloma » 10.10.2011, 18:49

Hallo zusammen,

Zeitgemäß "JEIN", bei einer gespließten Rute spielt wie schon erwähnt eher der Purismus eine Rolle.

Ich bin von meinem Stil eher an Kohlefasern angepasst. Vor ein paar Monaten durfte ich verschiedenen Bambusruten probieren und muss sagen dass sie von der Aktion her sehr interessant sind. Die Entladung während dem Wurf bei einer gespließten hat schon einen eigenen Charakter. Sehr Kraftvoll wie ich empfunden habe.
Dennoch sehr empfindlich und im Drill sehr sensibel.
Größter Unterschied zu Kohlefaser ist wohl, dass der Werfer technisch sprich ablaufmäßig mit den Bambusruten viel fortgeschrittener sein muss. Gespließte verzeihen nichts.


Der Vergleich mit einem Oldtimer ist sicher ein sehr treffender. Puristen unter den Fliegenfischern nehmen noch dazu nur Seidenschnüre.
In dieser Kombi ist die Rute + Schnur sehr Pflegeintensiv. Weiters ist es was fürs Auge .... als kontra kann man das höhere Gewicht, den Pflegeaufwand und den Preis nehmen.

Ich bin immer noch am Überlegen ob und welche ich mir zulegen soll.


.... tja viele Worte aber immer noch keine klare Aussage! :oops:
Petri Heil und fette Beute!!!
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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon kunifax » 10.10.2011, 21:24

Hallo!

Gespließte sind meiner Meinung nach immer noch zeitgemäß, aber natürlich nur bis Schnurklasse 5 ev. 6 und einer Länge von 2 m 30 bis 2 m 50. Darüber hat die Kohlefaser einfach Vorteile durch ihr geringeres Gewicht.

In den Schnurklassen 3-5 jedoch kann jedoch eine gute Gespließte mit jeder Kohlefaser mithalten und sie hat durch aus auch Vorteile. Besonders im Drill zeigt sie ihre Stärke durch Zähigkeit. Das gefürchtete Rütteln einer starken Forelle bringt eine Kohlefaserrute zum Vibrieren, d.h. die Rute ist so elastisch, daß sie dagegenschlägt und dadurch den Haken aus dem Fischmaul beutelt. Dies wirkt sich besonders bei Bissen stromab aus, die ja wie jeder aus Erfahrung weiß, sehr heftig ausfallen. Eine Gespließte bedingt auch einen etwas anderen Wurfstil, sie ist ein Naturprodukt und kann übermüden, was ihren werferischen Möglichkeiten keinen Abbruch tut, nur sieht es nicht mehr so schön aus, wenn die Rute krumm ist.

Einer der größten Vorteile einer Gespließten ist, daß man sich beim Rutenbauer die Rute genau auf die entsprechenden Gewässer + persönliche Vorlieben abstimmen lassen kann. Bei einer Kohlefaser habe ich keine Wahl, ich muß probieren siehe Orvis (Tip- MId- oder Full Flex).

Was nun den Preis betrifft, so darf man nicht vergessen, wie viele Arbeitsstunden auf so einer Rute drauf sind. Es geht ja nicht allein um das Hobeln oder Fräsen des Bambus, es braucht auch Hülsen und Ringe, der Rollenhalter und Korkgriff müssen gesetzt werden, die Rute muß gehärtet und lackiert werden. Sicher gibt es Rutenbauer, besonders in Amerika, die verlangen Mondpreise von 3-5000 Euro bzw Dollar. Das muß aber nicht sein, schon um einige hundet Euro bekommt man eine gute Gespließte nur sollte ein Einsteiger einen Fischerfreund zu Rate ziehen, der schon immer Gespließte gefischt hat.

Zusammengefasst. bis incl. Schnurklasse 5 ev noch 6 sind Gespließte durchaus zeitgemäß und haben gegenüber der Kohlefaser sogar gewisse Vorteile. Darüber hinaus macht eine Gespließte keinen Sinn, sie wird einfach zu schwer.

Daß Gespließte nur von elitären Fischer geführt werden, kann ich nicht bestätigen, einige Freunde von mir sind Gespließtenfans und durchaus nicht übermäßig begütert oder versnobt. Eines haben sie aber gemeinsam, alle versuchen kraftlos zu werfen und enge Schlaufen, die man mit Gespließten durchaus werfen kann, in Verbindung mit hohen Schnurgeschwindigkeiten, nur wenn nötig wie z.B. bei Wind zu produzieren.

P.H-
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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon DryFly » 11.10.2011, 09:23

Auf Grund der eher spärlichen Antworten nehme ich an, dass es hier im Forum eher sehr wenige Fans dieser edlen (kommt nicht von teuer!) Ruten gibt.

Interessant ist, dass tatsächlich der Preis eines der Hauptargumente gegen die Grasruten ist. Wobei man am Wasser aber eine Vielzahl Kohlfaserruten (nicht nur Fliegenruten!) sieht, die einer Gespließten im Preis nicht wirklich viel nachstehen. Wenn man von den Utopie-Preisen einiger Hersteller einmal absieht - Kunifax hat dies ja schon erwähnt.
Ich denke auch, wenn man den Preis einer Gespließten dem Preis einer von Hand aufgebauten (davon gibt es eine Menge) Kohlefaser entgegenstellt, ist der Preis auch relativiert.

Es wird auch immer das hohe Gewicht einer Gespließten als Manko angegeben. Da muss man aber unterscheiden, ob man von einer teilweise mehr als 30-jährigen (!) Gespließten spricht, oder von einer modernen, in der Regel sehr viel leichteren Rute. Eine moderne Gespließte in der Schnurklasse #4 hat ein Gewicht von weniger als 100 Gramm (obwohl teures Nickelsilber verbaut wurde). Bei den Kohlefaserruten findet in der Regel Aluminium Verwendung.

Empfindlich (beim Werfen) ist eine Gespließte eigentlich nicht, sofern man auf's Timing achtet. Die den Grasruten eigene Aktion muss man mögen - ich möchte sie nicht mehr missen.

Empfindlich auf Bruch ist eine Gespließte überhaupt nicht. Beispiel: Ein Goldkopf an die Spitze einer Kohlefaserrute hinterlässt in der Regel eine Verletzung des Materials, welche sehr häufig im Drill zum Bruch der Spitze führt. Der selbe Goldkopf an die Spitze einer Gespließten erfordert lediglich einen Tupfer Lack, damit sie wieder schön ist ;-)

Vielleicht ist es ja auch interessant, wie viele Arbeitsschritte zur Herstellung einer Gespließten (ca. 40 Arbeitsstunden für eine Standardrute) erforderlich sind?
EIne grobe Auflistung:
- Aussuchen eines geeigneten Bambusrohres
- spleissen des Bambus (für eine 2-teilige Rute werden 12 Spleisse benötigt)
- ablängen der Spleisse (inkl. Bedacht auf Knotenversatz)
- gerade richten der Spleisse
- verpressen der Blattknoten
- schleifen der Blattknoten
- vorhobeln der Spleisse
- härten der Spleisse
- hobeln auf das finale Tapermaß der Spleisse
- verleimen der Spleisse
- drehen und montieren der Steckhülsen
- aufwickeln der Ringe mit feinster, englischer Seide.
- versiegeln der Ringwicklungen
- mehrmaliges Lackieren der Rute
- verkleben der Korkscheiben (ca. 30 Stück feinster, hochwertiger Kork) und anschließendes Schleifen des Griffes
- drechseln, fräsen und mehrmaliges Lackieren des Rollenhalters (hier findet normalerweise edles Wurzel- bzw. Maserholz Verwendung)
- drehen und polieren der Nickelsilberbeschläge für den Rollenhalter
- Montage von Griff und Rollenhalter

Um keinen falschen Eindruck zu hinterlassen, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich auf KEINEN FALL Werbung für die Gespließten machen möchte. Ich meine nur, dass es vielleicht ganz interessant sein kann, wenn man einen kleinen Einblick in die Welt der Gespließten bekommt. An den Antworten zu meiner Eingangsfrage kann man ja erkennen, dass es viel mehr Vorurteile als Wissen diesbezüglich gibt.

Und nein, werte Angelfreunde, ein dekadentes Produkt für gut betuchte Snobs und Puristen ist eine Gespließte auf keinen Fall. Die Liebhaber von Gespließten sind vielmehr Liebhaber schöner Handwerkskunst auf sehr hohem Niveau :-). Jeder Raucher "investiert" jährlich wesentlich mehr Geld in sein Laster ;-)

Ich würde mich freuen, wenn diese Diskussion - fernab von gemästeten Monsterfischen (ich spreche hier von Forellen) - fortgesetzt würde.
Gruß, DryFly

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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon Kaindlau » 11.10.2011, 11:22

DryFly hat geschrieben:Auf Grund der eher spärlichen Antworten nehme ich an, dass es hier im Forum eher sehr wenige Fans dieser edlen (kommt nicht von teuer!) Ruten gibt.


Servus @DryFly

Obwohl ich kein Fliegenfischer bin, und auch wegen meiner Faulheit und Grobmotorik wahrscheinlich nie einer werde, finde ich deine Ausführungen (und auch die Antworten) zu diesen Thema mit zum besten, was ich persönlich je darüber gelesen habe.
Alles wichtige gesagt, und verständlich geschrieben :danke: dafür.

Petri aus Enns
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(Ferris im Film"Ferris macht blau")
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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon stscuba » 11.10.2011, 11:23

Hallo zusammen,

meine Sicht der Dinge: probieren und selber ein Bild machen. So habe ich das vor und hoffe, nächstes jahr dazu zu kommen...

Grundsätzlich finde ich den Gedanken an Gespließte schon faszinierend und kann mir vorstellen, komplett oder zumindest tw. auf diese umzustellen. Natürlich gibt es ein große Preis-Range, das ist aber bei Handwerksprodukten immer so (z.B. 08/15 Küche vom Handelshaus vs. Maßküche vom Tischler). Grundfrage für micht ist, wie ich als relativ neuer, stundenweiser Gelegenheitfischer mit einer Gespließten zurechtkomme und ob mir die gebotene Individualität etwas bringt.

LG

Stefan
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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon DryFly » 12.10.2011, 11:40

Herzlichen Dank für die (leider spärlichen) Antworten.
Damit dieser Thread nicht ganz in der Versenkung verschwindet - wäre schade drum -, stelle ich meine Frage neu:
Wenn man meine (nicht vollständige) Auflistung betrachtet, könnte man da nicht auch fragen:
" Ist Handwerk heute noch zeitgemäß?"
Denn genau genommen ist die Herstellung einer Gespließten und deren Einzelkomponenten nichts anderes, als Handwerk auf sehr hohem Niveau.

Warum ich versuche, an dieser Frage ein klein wenig Interesse zu wecken ist schnell erklärt:
Mich machen die Threads mit den immer langweiliger werdenden Fangfotos von Fisch Nr 1, Fisch Nr 2, Fisch Nr. x, usw..... schön langsam schläfrig *gähn*. Auch wenn es - zugegeben - teilweise sehr kapitale Fische sind, die die stolzen Fänger da präsentieren.
Genauso geht's mir mit den endlosen Futter-Freds. *gähn*

Da hab ich mir gedacht, man könnte doch auch mal was Neues bringen - oder? Vielleicht wird da der Bereich Fliegenfischen im Forum wieder ein wenig belebt?
Es kann natürlich auch sein, dass ich mit meiner Einstellung zum Fliegenfischen hier im gänzlich falschen Forum bin. :?:
Gruß, DryFly

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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon doublefish » 12.10.2011, 12:31

DryFly hat geschrieben: Vielleicht wird da der Bereich Fliegenfischen im Forum wieder ein wenig belebt?
Es kann natürlich auch sein, dass ich mit meiner Einstellung zum Fliegenfischen hier im gänzlich falschen Forum bin. :?:


Hallo Dryfly!

Ich bezweifle ein wenig ob gerade das vorliegende thema geeignet ist das fliefi (unter)forum zu beleben. Ist wahrscheinlich ein zu "exotisches" thema (ebenso das von mir vor einiger zeit eingestreute thema vonwegen zweihand ruten fischern)..... :(

LG,
Matt
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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon unteresalzach » 13.10.2011, 09:06

Ich habe mir einmal von einem Bekannten eine gespließte gekauft ( fast neu ) die er aus England bestellt hatte und dann wegen einer schweren Erkrankung nicht mehr angeln konnte. Ich nehme sie nicht oft, da sie mir im Unterholz eines Waldbaches schon leid tut. Ehrlichgesagt ich bin mit einer normalen Fenwick lieber unterwegs als mit dem teurem Stück. Sie sind auch steifere ruten als ich sie normal gewöhnt bin.
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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon Nixon » 13.10.2011, 09:22

DryFly hat geschrieben: Vielleicht wird da der Bereich Fliegenfischen im Forum wieder ein wenig belebt?



Ich finde nicht, dass das Flifi-forum in den letzten 2 Monaten recht unbelebt war. War schon bewegung drin, wennst mehr bewegung willst gibts eh ein sehr bekanntes deutsches forum, da hättest schon 20 Mio Meinungen und einen Lagerkampf. Das begrüße ich hier.

Ich wollte mich nicht zum Thema äußern, weil ich es auch überhaupt nicht kann. Du aber scheinbar bisschen Bewegung wünscht, darum meine bescheidenen Gedanken hier! :oops:
Edles Handwerk sollte nie verschwinden, klar!
Ich glaube schon, dass es vielen um Purismus geht und der Vergleich mit dem Oldtimer-Fahrer passt. Auch hier redet man vom wirklichem "Autofahren", Fahrspaß usw...!
Andererseits gibts es sicher auch einige, die dem Zeitgeschehen etwas entweichen wollen und durch Verwendung relativ natürlicher Materialen, persönlich das Gefühl haben, "endgültig" mit der Natur zu verschmelzen.
Es wird ja immer "behauptet" (ich weiß es ja nicht und meine aktuelles werferisches Können würde wohl kein objektives Urteil zulassen) das wenig Nachteile vorhanden sind, ganz im Gegenteil oft Vorteile überwiegen. Somit hingt, wenn es eben stimmt, auch der Vergleich mit dem Bergsteigen.
Ist es sinnvoll eine Wand wie in den 50er zu Besteigen obwohl es mit moderner Ausrüstung "besser" geht. Dieser Vergleich ist scheinbar nicht übertragbar. natürlich gehts es dort auch vorrangig um eine Leistung, wobei beim Fliegenfischen ein großer Anteil sich von Leistung (Größe, Anzahl usw) distanziert und dies nicht als "Wer fängt hat Recht" Indikator nimmt.

Somit muss ich sagen, hat dieses alte Handwerk mehr als nur eine Existenzberechtigung. Als Student und Werferisches Nackerpatzl (wobei die distanz halbwegs okay ist, wie man aber dorthin kommt, wohl lieber niemanden zeigen sollte :up2: ) liegt meine Schmerzgrenze was Rutenpreise betrifft relativ tief.

Andererseits muss man auch sagen, dass bei den meisten Freizeitbeschäftigungen den relativ hohen Anteil an Hightechequipment oder auch exklusiver Ruten man doch auch hinterfragen sollte. Als Beispiel fällt mir immer ein, dass der Swarovski Habicht bei den Berufsjägern sehr verbreitet ist/war, jedoch die (Vorurteilsmodus an) Wiener 10mal im Jahr jagan Klientel (Vorurteilsmodus aus) sich wohl unter der EL linie kaum zufrieden gibt.

Wenns Geldbörserl erlaubt, warum nicht, aber Materialien sind eine sehr persönliche sache, fast nur subjektiv zu beurteilen und auch eine gewisse Art von Philosophie.

Schlussendlich steht ja nirgends für eine 40cm Bachforelle ist die beste Rute die .... mit ....Meter Länge und .... Flex sowie diesem Korkgriff da man hier am weitesten wirft, die Forelle chancenlos ist usw usw usw... Machen wir nicht aus allem eine Wissenschaft und schreiben "olleweil a Dissertation drüber". Der Österreicher neigt manchmal zum "Verkomplizieren".

Grüße
Nixon
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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon DryFly » 13.10.2011, 10:43

Nixon hat geschrieben:
DryFly hat geschrieben: Vielleicht wird da der Bereich Fliegenfischen im Forum wieder ein wenig belebt?



Ich finde nicht, dass das Flifi-forum in den letzten 2 Monaten recht unbelebt war. War schon bewegung drin, wennst mehr bewegung willst gibts eh ein sehr bekanntes deutsches forum, da hättest schon 20 Mio Meinungen und einen Lagerkampf. Das begrüße ich hier.

Das ist eine klare Aussage, die ich so zur Kenntnis nehme. Ich hab ganz offensichtlich tatsächlich das falsche Forum für dieses Thema gewählt.

Es stimmt, es gibt und gab eine Menge Bewegung. "....wer kann mir beim Binden helfen...", "...wie fange ich die Großen...", "....wie werfe ich ein wenig weiter...", "...welche Wathose: Plastik oder Nylon....", usw...
Wenn das genügt, ich hab kein Problem damit.

Die wenigen schönen Berichte über Gewässer, etc. hab ich jetzt bewusst nicht erwähnt, weil sie bloß eine Ausnahme darstellen.
Bevor jetzt wieder ein Ruf aus der dritten Reihe kommt: "ich würde nur meine eigene Meinung gelten lassen":
Dieser Thread war lediglich ein Angebot von mir, einen Einblick in ein Thema jenseits des eigenen Tellerrandes zu bekommen. Auf keinen Fall war es ein "fishing for compliments" - über dieses Alter bin ich glücklicherweise drüber ;-) Und auf keinen Fall war es ein Versuch zum "Weltverbessern" - da hätte ich Pfarrer werden müssen ;-)
Ich hätte natürlich einen Beitrag schreiben können, wie man Gespließte baut, sie pflegt, sie am besten wirft, sie repariert, usw... Aber für wen hätte ich das tun sollen? Da wollte ich doch erst sehen, ob überhaupt Interesse an diesem Thema vorhanden ist.
Es wäre ja auch vielleicht einmal ein Fliegenfischer-Treffen interessant gewesen, zu dem ich einige Gespließte zum Anschauen und zum Ausprobieren mitnehmen hätte können. Einfach nur zur Erweiterung des eigenen Fliegenfischerischen Horizonts. Man muss nicht alles kaufen, für das man Interesse zeigt ;-)
Aber klar: "Gespließte sind überteuert, und deshalb uninteressant...". Es liest ja auch niemand Autozeitschriften mit Modellen weit jenseits der eigenen monetären Möglichkeiten ;-) :155:
... Machen wir nicht aus allem eine Wissenschaft und schreiben "olleweil a Dissertation drüber". Der Österreicher neigt manchmal zum "Verkomplizieren".
Grüße

Auch damit kann ich mich gut anfreunden, so spare ich mir eine Menge Schreibarbeit ;-)
Trotzdem herzlichen Dank für die Antworten!
Gruß, DryFly

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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon doublefish » 13.10.2011, 11:21

ein sehr bekanntes deutsches forum, da hättest schon 20 Mio Meinungen und einen Lagerkampf


Persönliche meinung: dort geilt man sich bevorzugt daran auf möglichst hochgestochen und "wissenschaftlich" wurfkinematische themen bis zum erbrechen kundzutun/auzufechten......

Persönliche meinung teil 2: außerdem vertrage ich die dortigen piefkinesischen formulierungen teilweise echt nicht...... :155:

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Re: Gespließte noch zeitgemäß?

Beitragvon kunifax » 13.10.2011, 12:37

Hallo Nixon !

Hier darf ich nochmals einhaken, es gibt moderne Gespließte und es gibt alte und uralte Gespließte und hier liegt ein riesengroßer Unterschied.

Ein Bekannter von mir hat einige alte Gespließte zu Hause, um mit denen einigermaßen werfen zu können (um einen Fisch zu fangen, nicht um auf der Wiese zu brillieren) muß man sich von ihm schon die Wurftechnik für alte Gespließte Ruten erklären lassen, sonst kann u.U. die Gespließte beim Wurf brechen. Unter alt versteht er Ruten zwischen 1900 und 1960.

Dann kam die Zeit von Hans Gebetsroither, kurze, schnelle Ruten, die zu seinem Wurfstil hervoragend passten.

Nach seinem Tode hat z.B. Walter Brunner ganz andere Ruten gebaut und viele seiner Kollegen auch.

Es hat sich in den letzten 40 Jahren die Wurftechnik durch die Kohlefaser stark verändert, aber moderne Gespließe kann man auch modern werfen.

Vielleicht kann ich meinen Bekannten mal überreden eine Vorführung mit seinen alten Ruten zu machen, er läßt nämlich damit auch werfen.

P.H.
Kunifax

PS: stell Dein Licht bezüglich Wurfkönnen nicht unter den Scheffel, auch der Meister hängt hin und wieder im Geäst, vielleicht ein zweimal weniger als Du, aber doch! :mrgreen:
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