von Lupus » 29.12.2010, 07:13
Hallo Nixon!
Natürlich ist erfolgreiches Friedfischangeln ein Kapitel für sich und eingangs möchte ich schon bemerken, dass es sicher mehr Zeit erfordert, als die „Überbrückung der Raubfisch/Salmonidenschonzeiten“, um auch nur an e i n e m Gewässer genügend über die spezifischen Eigenheiten in Erfahrung zu bringen.
Soweit ich weiß, hast Du bei deiner Revierkombination sowohl die Möglichkeit, in einem kleinen Fluss, als auch in einem Altarm zu fischen. Die stehenden Gewässer werden jetzt wohl zugefroren sein.
Dankbare Winterfische in kleineren Flüssen sind vor allem Aitel, und natürlich auch Nasen wenn sie vorkommen, wobei die Nase viel schwerer zu fangen ist für einen Anfänger, wenn man nicht die „Zupfer“ richtig deuten kann.
Aitel lassen sich sowohl auf fleischliche Köder als auch auf Weißbrotflocke im Winter sehr gut fangen, wenn man den Köder bei genügend Deckung an gute Einstände wie unterspülte Ufer, tiefe Rinnen und Nähe von Totholz treiben lässt. Außerdem hat das Aitel den Vorteil, dass man recht grobmotorisch vorgehen kann, weil dieser großmaulige Fisch auch im Winter keine zu kleinen Brocken bevorzugt. Ich würde geradezu sagen, dass Aitel meine Winterfische Nr. 1 sind, soferne nicht ein ganz strenger Winter mit starker Eisbildung, wo vielleicht nur eine schmale Rinne in der Flussmitte frei ist, das Angeln unmöglich macht.
Entweder man fischt mit einem eher bauchigen Schwimmer, oder mit einer „aktiven“ Grundmethode, wo man statt eines plumpen Bodenbleis eine „Bleikette“ aus Schrotkörnern an einem kleinen Seitenarm anbringt. Damit kann man sehr gut „absuchen“ und erkennt die Bisse einfach an der Schnur zwischen den Fingern der linken Hand („Spürangeln“ wurde das einmal genannt und klappt noch immer großartig).
Richtig interessant wird es für mich, wenn in den Altarmen das Eis verschwunden ist und die ersten Karpfen gefangen werden können. Als Universalköder würde ich zu Beginn der Jahreszeit den leicht zu beschaffenden Dosenmais ansehen.
Das wichtigste aber ist, die Karpfen zu Beginn der Saison zu „erraten“. Es macht keinen Sinn, an einer Stelle zu angeln, die vielleicht sonst im Jahr als fängig gilt, aber absolut keine Fressstelle in den ersten Tagen ist. Oft werden die Karpfen und auch andere Friedfische wie Schleie, Blei, Güster , Rotauge zunächst noch im tiefen Wasser zu finden sein. Wärmen die Sonnenstrahlen das Wasser wenigstens in seichteren Bereichen, kann sich die Fressroute von Tag zu Tag ändern. Auch wird der Wasserstand ansteigen und spätestens dann ist sehr gute Beobachtungsgabe gefragt: Wo sind Anzeichen für nahrungssuchende Fische? Luftblaserln, aufsteigende Bodenpartikel, Wassertrübungen, oder als sicherstes Anzeichen „rollende“ Karpfen? Dort muß der Köder hin!
Das sind natürlich keine „Man nehme, man darf nicht, man muß“-Ratschläge, aber zumindest entsprechen sie meinen Erfahrungen und seit ich diese Grundregeln intus habe, ging ich nur ganz selten „Schneider“ heim.
Gruss. Lupus