von Lupus » 11.02.2011, 06:42
Darf ich jetzt punkto Selbsthakmethode etwas kryptisch werden? Ausnahmsweise? Ja?
Danke!
Die blitzartige Verbreitung der Selbsthakmethode unter den Anfängern ist leicht nachzuvollziehen. Jeder liest davon, herrlich super, da brauch ich nicht anschlagen, da kann ich nicht „danebenpracken“, einfach reinhaun, warten bis der „run“ kommt, und drillen!
Dabei vergesst Ihr aber eines: Für die Selbsthakmethode ist schon ein sehr schweres Blei notwendig und sie ist darauf ausgelegt, dass man schon einmal genau weiß wo man platziert, und dort den Köder entsprechend lange liegen läßt. Auch wird diese Methode erst ab einer gewissen Größe der Karpfen interessant. (denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es toll ist, eine „Besatznudel“ von rund 2,5kg mit einer Boilierute zu „drillen“).
Um aber ein erfolgreicher Großkarpfenangler zu werden (und immens viele Stunden, Wochen, Monate, Jahre des Lernens und Beobachtens NUR da hinein zu investieren), sollte schon eine reichliche Erfahrung an herkömmlichem Friedfisch/Karpfenwissen vorliegen.
Um dieses Wissen sich anzueigenen, ist es aber notwendig, viel zu probieren, und dazu eignen sich herkömmliche Grundangel – und Schwimmermontagen. Sich durch viel Probieren, durch das richtige Gefühl für Tiefen, für Oberflächen – und Unterwasserströmungen, Temperaturverhältnisse, für den richtigen Anhiebzeitpunkt in die Materie hineinzutasten. Zu wissen, wann in welcher Entfernung und welcher Tiefe Fische zu erwarten sind. Und ganz ganz wichtig für die jeweilige Situation das richtige Anfütterungsmaterial. Das alles funktioniert aber besser mit Methoden, die nicht darauf ausgerichtet sind, viele viele Stunden an einer Stelle zu verharren.
So gesehen ist das Angeln mit Laufbleimontage/Futterkorb etc. , das Angeln mit Schwimmermontagen usw. die Pflichtübung, und wenn man dann erkennt, dass man selektiv angeln möchte, ist die Festbleimethode die Kür nach bestandener Pflichtübung.
Frage einmal @polsi. Obwohl nicht einmal halb so alt wie ich, hat er meiner Beobachtung nach einen reichen Erfahrungsschatz genau in dieser Reihenfolge erarbeitet, und regelmäßige Fänge von Großkarpfen in schwierigen großen Gewässern kommen nicht von ungefähr.