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Fliegenfischer sind Snobs...

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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon korsikaphil » 14.10.2011, 10:54

doublefish hat geschrieben:
Wer reich ist, braucht sich dafür auch nicht zu schämen


Dem möchte ich widersprechen: sehr oft kommt dieser reichtum ja nicht durch "ehrliche" arbeit/auf legalem wege zustande oder durch ethisch höchst zweifelhafte machenschaften......

Matt


Stimmt, aber so ist nunmal die Welt.
Wenn ich morgen eine Million erbe, dann sage ich auch nicht: "Danke, aber das ist mir zu einfach, ich will schon dafür arbeiten".
Im Punkt "zweifelhafte Machenschaften" hast du allerdings recht. Da könnten sich gerade die Vorstände vieler Firmen mal darum bemühen, das mühsam aufgebaute saubere Image auch innerhalb der Firma, zB bei gerechten Entlohnungen, umzusetzen.
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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon Kaindlau » 14.10.2011, 11:31

Servus @All :good post:

Irgendwie macht es mich glücklich und froh, das bei diesen doch sehr kontroversen Thema so eine geschmeidige Diskussion möglich ist.(und hoffentlich auch bleibt) :applaus:
Weiter so :!:

Moderator Modus aus
Was mich eigentlich erstaunt ist der Punkt, das diese und auch ein paar vorangegangene Diskussionen von ausgewiesenen Fliegenfischern gestartet werden.
Moderator Modus ein

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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon SalmoTrutta » 14.10.2011, 13:14

Hallo Flifi Gemeinde

Bin ich ein *Snob*?

Ich fische mit der Fliege seit mehr als 35 Jahren, fast ausschließlich, denn....die Zeit in der ich keinen Fisch fange die ist mir zu wertvoll um diese sitzend
und wurmbadend an irgend einem Gewässer zu verbringen. Beim Fliegenfischen fängt man doch immer Fische...so *potschert* kann ma ja gar net sein.

Ich fahre immer zum Fischen mit meinem Jaguar V12 *Sovereign*.
Ich fische immer nur mit Hardy Ruten der Klasse *Sovereign*. Farbe vom Auto und Farbe der Ruten sind ident!

Alles andere ist natürlich auch immer vom Feinsten. Die Gewässer sowieso.....

Mhmmm...bin ich jetzt ein Snob?...oder bloß auch nur ein Verrückter?
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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon FrankHund » 14.10.2011, 14:45

Hallo.

Also ich denke nicht dass Fliegenfischen ungemein teurer ist als andere Methoden.
Grob geschätzt kostet einen hochwertige Karpfenausrüstung (3 erlaubte Ruten) mind gleich viel wie eine ebenfalls hochwertige Fliegenausrüstung.
Wenn ich lese wie viel KG Boilies und Futter ins Wasser gekippt wird kann ich mir gut denken, dass ich mir fürs gleiche Geld schon ne ganz passable Liezenz für ein Salmonidengewässer lösen könnte.
Ich denke das elitäre Flair ist schon ein wenig verblasst bzw. angerostet. Einerseits gibt es natürliche exlusive Strecken und TOP Privatgewässer, andererseits, gilt für mich, gibts Gott sei Dank in Österreich tolle Gewässer und Traumreviere zu (recht) günstigen Preisen und ich muss den Geäwssern, welche ich womöglich nie befischen kann nicht nachweinen.

Lg
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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon DryFly » 14.10.2011, 14:47

Servus,
SalmoTrutta hat geschrieben:....
Bin ich ein *Snob*?

Ich fische mit der Fliege seit mehr als 35 Jahren, fast ausschließlich, denn....die Zeit in der ich keinen Fisch fange die ist mir zu wertvoll um diese sitzend
und wurmbadend an irgend einem Gewässer zu verbringen. Beim Fliegenfischen fängt man doch immer Fische...so *potschert* kann ma ja gar net sein.

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Alles andere ist natürlich auch immer vom Feinsten. Die Gewässer sowieso.....

.....
Mhmmm...bin ich jetzt ein Snob?...oder bloß auch nur ein Verrückter?

wer vermag das schon so genau zu sagen? Schließt denn das Eine das Andere zwangsläufig aus? Wenn du mit einem Souvereign an meine Gewässer fährst, bist auf jeden Fall zweiteres. :lol: :155:
Gruß, DryFly

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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon doublefish » 14.10.2011, 17:50

Beim Fliegenfischen fängt man doch immer Fische...so *potschert* kann ma ja gar net sein


Wie bitte?????? Dann mache entweder ich selber oft was falsch, oder du gehst so selten fischen dass du zufällig noch nie einen schneidertag erwischt hast.... :shock:

Aber vielleicht ist ja auch gerade das ein vorzug des fliegenfischens (zumindest empfinde ich das so): ich muss nicht unbedingt was fangen um einen schönen und entspannenden tag am wasser verbringen zu können....

Matt
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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon ubik » 14.10.2011, 19:12

SalmoTrutta hat geschrieben:Hallo Flifi Gemeinde

Bin ich ein *Snob*?

Ich fische mit der Fliege seit mehr als 35 Jahren, fast ausschließlich, denn....die Zeit in der ich keinen Fisch fange die ist mir zu wertvoll um diese sitzend
und wurmbadend an irgend einem Gewässer zu verbringen. Beim Fliegenfischen fängt man doch immer Fische...so *potschert* kann ma ja gar net sein.

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Vielleicht ein verrückter Snob.. .D
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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon korsikaphil » 14.10.2011, 19:13

Aber vielleicht ist ja auch gerade das ein vorzug des fliegenfischens (zumindest empfinde ich das so): ich muss nicht unbedingt was fangen um einen schönen und entspannenden tag am wasser verbringen zu können....


Wär ich schon in Phase Drei des Anglerdaseins, fänd ich das bewundernswert. Aber ich denke, gerade darin liegt der Hund begraben: Einem Karpfenfreak, der seine Montagen nicht mal mehr wirft, sondern ob der besseren Präsentation sowieso nur mehr per Boot bzw. per Fernsteuerung ausbringt, bleiben diese einfachen Freuden des Angelns verborgen. Er freut sich, wenn seine Pieper aufheulen, und dann ein dicker Fisch auf der Abhakmatte landet. Umso unbegreiflicher erscheint ihm die Freude des Fliegenfischers, der seine ganze Zeit darauf verwendet, seine notdürftige Montage per Hand, und das möglichst elegant, unter einen Busch in 10 Meter Entfernung zu schlenzen. Klar zählt für den Ansitzangler auch der Weg zum Fisch, aber ohne Fisch ist es den Weg eigentlich nicht wert.
Sind eben zwei verschiedene Welten, und wenn sich bei einem Annäherungsversuch, egal von welcher Seite, der Andere abweisend verhält, heißt es schnell: "So ein Snob".
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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon DryFly » 15.10.2011, 22:45

Heute hatte ich nach längerer Abstinenz wieder einmal die Möglichkeit, an einem meiner Gewässer die Fliegenrute zu schwingen. Ich will hier aber nicht von einem Angeltag erzählen, sondern von einem Erlebnis, dass das Thema Fliegenfischer/Fliegenfischen vielleicht in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Ich stehe also im Wasser, schwinge ganz in Gedanken versunken die Fliegenrute, finde meinen Rhythmus und setze so einen Wurf nach dem anderen (hin und wieder hatte ich sogar einen Biss von vorwitzigen Zwergen).
So ganz nebenbei bemerke ich, dass ich - die Angelstelle war sehr exponiert - schon des längeren von einem Spaziergänger beobachtet werde. Auf einmal zückt er seinen Fotoapparat, und hält meine "Wurfkünste" - so hin und wieder gelang mir sogar ein Wurf ;-) - auf Bild fest.

Warum ich das erzähle? Weil mir immer wieder auffällt, dass Fliegenfischer und Fliegenfischen für Spaziergänger ganz offensichtlich was Interessantes ist. Auch wenn ich manchmal selbst nur Beobachter bin, sehe ich einem Fliegenfischer immer wieder gerne zu.
Kann es also vielleicht auch sein, dass das "Elitäre" oder das "Versnobte" den Fliegenfischern nur angedichtet wird? Ganz einfach deshalb, weil es einfach die eleganteste und dynamischste Angelart darstellt? Weil ein Aussenstehender nicht versteht - auch nicht verstehen kann -, wie man eine kleine, künstliche Fliege - die nur aus einem kleinen Haken, ein paar Flusen, und Federfiebern besteht, so ganz ohne Blei, mittels einer für alle sichtbaren, bunten Angelschnur, einem Fisch vor die Nase setzt, und wenn man den Fisch dann endlich vor den Füßen hat, läßt man ihn mit einem glückseligen Lächeln wieder so schonend wie möglich wieder frei. Meistens verlässt der Fisch dabei nicht einmal sein Element.
Natürlich benötigt man auch bei anderen Angelarten Wissen und Fertigkeiten, aber das sieht der Zuseher nicht. Karpfenangeln (nur so als Beispiel) ist halt doch vergleichsweise statisch.
Beim Spinnfischen kann man es sich auch als Laie noch gut vorstellen, wie man mit einer kräftigen Rute, einem kräftigen Schwung einen Gummifisch, oder Blinker meterweit durch die Luft befördert.
Fliegenfischen ist da irgendwie anders. Im Auge des Betrachters irgendwie eleganter, auch wenn man die Ausrüstung eines Fliegenfischer - aufs Notwendigste reduziert - betrachtet.
Vielleicht ist es also nur das Bild, das ein Fliegenfischer vermittelt, der Grund für das eine oder andere bekannte Vorurteil? Ich stell das nur mal so als Frage in den Raum.
Gruß, DryFly

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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon Lupus » 18.10.2011, 09:51

Hallo Dryfly!
Hier möchte ich die Geschichte eines Mannes schildern, dem – so denke ich – alle Fischerehren gebühren:
Während andere wohlbehütet in Akademikerfamilien ihren Weg geebnet sahen, war er mehr oder weniger auf sich selber gestellt und mußte sich seinen Weg „auf der Strasse“ erkämpfen. Er hat keinen Managerjob, sondern ist Fabriksarbeiter.
Er wohnt in keiner Jugendstil-Villa, sondern in einer kleinen Garsonniere in einer dieser Plattenbausiedlungen am Rande der Großstadt.
Aber was er sich selber angeeignet hat und ihm niemand nehmen kann, ist seine Fischerehre, zu der ein tief verankerter Grundgedanke der Waidgerechtigkeit und fischereilichen Ästhetik gehört (auch wenn er letzteren Ausdruck wohl nicht nach eigenen Worten gebraucht).
So, wie er einer der ersten Fischer waren, die sich mit dem schonungsvollen Umgang von Großkarpfen (Abhakmatte, Safety-Rig) auseinandersetzte, einer der ersten Fischer war, die sich mit Drop-Shot auf Zander und schonungsvollem Umgang mit Hechten, modernen Techniken der Spinnangelei auf Raubfische auseinandersetzte, genauso logisch war für ihn, Salmoniden an Fliegengewässern mit der Fliegenrute zu befischen. Er war einer der ersten, bei denen ich sah, wie mit raffiniert sanft aufgesetzter (selbstgebundener) Trockenfliege am Schonhaken die herrlichsten Forellen und Äschen betört und wieder zurückgesetzt wurden. Er korregierte meine ersten kleinen Unsauberheiten beim Werfen, machte mich auf die saubere Präsentation des kleinen unscheinbaren Kunstinsektes am langen Vorfach aufmerksam, genauso wie er mir erklärte, dass man (beim Raubfischangeln) bei großen Jerk-Baits die handelsüblichen Drillinge durch kurzschenkelige Modelle ersetzten sollte, da sonst freiliegende Haken die Augen des Hechtes verletzten könnten.
Sicher, sein Budget reicht nicht für die allerteuersten Geräte, aber das ist wohl, wie mir jeder ohne ihn zu kennen bestätigen wird, in diesem Fall auch nebensächlich.
Seine innerste Überzeugung ist, waidgerecht Fische zu fangen, dafür lebt er.
Und wenn das Snobismus ist……dann kann ich mir nicht helfen.
Gruß. Lupus
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Re: Fliegenfischer sind Snobs...

Beitragvon DryFly » 18.10.2011, 10:50

Servus Lupus,
Lupus hat geschrieben:Hallo Dryfly!
.....Sicher, sein Budget reicht nicht für die allerteuersten Geräte, aber das ist wohl, wie mir jeder ohne ihn zu kennen bestätigen wird, in diesem Fall auch nebensächlich.
Seine innerste Überzeugung ist, waidgerecht Fische zu fangen, dafür lebt er.
Und wenn das Snobismus ist……dann kann ich mir nicht helfen.
Gruß. Lupus

danke für deinen Beitrag, schöner hätte man es nicht beschreiben können! :applaus:
Gruß, DryFly

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