Heute hatte ich nach längerer Abstinenz wieder einmal die Möglichkeit, an einem meiner Gewässer die Fliegenrute zu schwingen. Ich will hier aber nicht von einem Angeltag erzählen, sondern von einem Erlebnis, dass das Thema Fliegenfischer/Fliegenfischen vielleicht in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Ich stehe also im Wasser, schwinge ganz in Gedanken versunken die Fliegenrute, finde meinen Rhythmus und setze so einen Wurf nach dem anderen (hin und wieder hatte ich sogar einen Biss von vorwitzigen Zwergen).
So ganz nebenbei bemerke ich, dass ich - die Angelstelle war sehr exponiert - schon des längeren von einem Spaziergänger beobachtet werde. Auf einmal zückt er seinen Fotoapparat, und hält meine "Wurfkünste" - so hin und wieder gelang mir sogar ein Wurf

- auf Bild fest.
Warum ich das erzähle? Weil mir immer wieder auffällt, dass Fliegenfischer und Fliegenfischen für Spaziergänger ganz offensichtlich was Interessantes ist. Auch wenn ich manchmal selbst nur Beobachter bin, sehe ich einem Fliegenfischer immer wieder gerne zu.
Kann es also vielleicht auch sein, dass das "Elitäre" oder das "Versnobte" den Fliegenfischern nur angedichtet wird? Ganz einfach deshalb, weil es einfach die eleganteste und dynamischste Angelart darstellt? Weil ein Aussenstehender nicht versteht - auch nicht verstehen kann -, wie man eine kleine, künstliche Fliege - die nur aus einem kleinen Haken, ein paar Flusen, und Federfiebern besteht, so ganz ohne Blei, mittels einer für alle sichtbaren, bunten Angelschnur, einem Fisch vor die Nase setzt, und wenn man den Fisch dann endlich vor den Füßen hat, läßt man ihn mit einem glückseligen Lächeln wieder so schonend wie möglich wieder frei. Meistens verlässt der Fisch dabei nicht einmal sein Element.
Natürlich benötigt man auch bei anderen Angelarten Wissen und Fertigkeiten, aber das sieht der Zuseher nicht. Karpfenangeln (nur so als Beispiel) ist halt doch vergleichsweise statisch.
Beim Spinnfischen kann man es sich auch als Laie noch gut vorstellen, wie man mit einer kräftigen Rute, einem kräftigen Schwung einen Gummifisch, oder Blinker meterweit durch die Luft befördert.
Fliegenfischen ist da irgendwie anders. Im Auge des Betrachters irgendwie eleganter, auch wenn man die Ausrüstung eines Fliegenfischer - aufs Notwendigste reduziert - betrachtet.
Vielleicht ist es also nur das Bild, das ein Fliegenfischer vermittelt, der Grund für das eine oder andere bekannte Vorurteil? Ich stell das nur mal so als Frage in den Raum.