@Lupus:
Auch bei uns wird immer erst im Spätherbst besetzt. Wobei es gaannz selten vorkommt, dass ich tatsächlich einen Satzkarpfen fange. Natürlich ist es möglich, diese jungen Karpfen gut mit Schwimmer oder Feedermontage zu fangen, allerdings kann man auch hier problemlos die Haarmontage einsetzen, wenn man zB mit einem kleinen Boilie (sinkend), einem Pop-Up oder einem Halibutt-Pellet fischen will. Dann muss man halt bei der Rute bleiben und selbst anschlagen. Auch mit dem Schwimmer und Frolic am Haar habe ich es schon probiert, wobei ich etwa 10 cm des Vorfachs aufliegen ließ. Ich fing zwar nur Aiteln und keine Karpfen, aber die Methode funktioniert. Es ist also möglich, fein zu fischen und trotzdem moderne Methoden anzuwenden.
Ich habe heuer einmal mein Hausgewässer verlassen und an einem kleinen Teich mein Glück probiert, wo jedes Jahr Karpfen besetzt werden. Ich konnte eine Gruppe Karpfen am bewachsenen Ufer ausmachen. Es handelte sich um eine gemischte Gruppe mit Satzkarpfen vom Vorjahr und einigen größeren Kalibern. Ich versuchte, sie durch eine Baumlücke hindurch auf Sicht zu befischen, was mir aber nicht gelang, ohne die Fische zu erschrecken. Sie waren zwar aktiv und schwammen eifrig hin und her, aber sie fraßen nicht am Grund.
Also montierte ich eine Safety-Montage mit einem auffälligen Pop-Up, legte den Köder auf Sicht in etwa 1,5 Meter Tiefe ab und fütterte runderherum ein wenig an. Ich hoffte, die Fische würden wieder zurück kommen. Dann entfernte ich mich von der Rute, um die Fische nicht nochmals zu erschrecken. Als sich der Funk meldete und ich zur Rute lief, lag diese schon halb im Wasser und balancierte nur noch vorne am Bissanzeiger. Da hatte ich den Freilauf wohl etwas zu fest eingestellt. In Anbetracht des Monsterbisses erwartete ich mir natürlich großen Fisch und war dann doch einigermaßen überrascht, als dieses Baby zum Vorschein kam...

Es zeigt also, dass desineressierte, aber aktive Fische, die nicht allzu misstrauisch sind, durchaus mit einem auffälligen Angebot überzeugt werden können.