
Tja, mir ist es passiert. Da hat wohl aufgrund des heftigen Gewitters in Oberkärnten jemand etwas zu viel Panik geschoben und gleich den ganzen Stausee trocken gelegt. Doch ich hatte Glück im Unglück, denn welcher Angler wünscht sich nicht, einmal komplett unter die Oberfläche blicken zu können? Eine solche Gelegenheit bekommt man nicht alle Tage. Ich fotografierte soviel ich konnte, um mir die Bodenstruktur und Hindernisse, die jetzt alle klar ersichtlich waren, gut einprägen zu können. Während meines Aufenthalts ist der Wasserstand schon wieder um etwa zehn Zentimeter gestiegen, also bin ich zuversichtlich, dass der Rückstau bald wieder voll ist. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass das Abstauen keine allzu großen negativen Auswirkungen auf das Unterwasserleben hinterlässt.

Nun denn, ich hatte meine ganze Ausrüstung im Auto und wollte fischen. Drau und Nebengewässer fielen flach, doch schnell war ein Ausweichrevier organisiert, und schon bald schob ich meinen Trolley über den aufgeweichten Boden. An einer mir gut bekannten Stelle ließ ich mich nieder. Eine Rute ins Freiwasser, eine ufernah, Boiliebett drüber, fertig. Noch vor Einbruch der Dunkelheit kam der erste Biss auf der Uferrute, doch ich verlor den Fisch nach kurzem Drill. Beim Überprüfen des Rigs fiel mir auf, dass hier der Hund begraben war und ich einen Fehler gemacht hatte, den ich schnell ausmerzte.
Am Abend kam Phil vorbei. Gerade rechtzeitig, um beim Drill des ersten Karpfens dabei zu sein. Bei der Gelegenheit schoss er gleich einige Drillfotos.



Im Laufe der Nacht konnte ich insgesamt fünf Fische landen, darunter einen alten Bekannten mit 12,5 Kilo.


Am Morgen erhielt ich den letzten Fullrun, doch der Fisch umrundete ein Seerosenfeld und bohrte sich dann tief hinein. Ich spürte deutlich, dass er noch dran war, also entledigte ich mich (wieder einmal) meiner Klamotten und watete durch den Teich, bis ich die Seerosen erreicht hatte. Doch das Glück war diesmal nicht auf meiner Seite. Ich konnte nur noch die Montage retten und musste ohne Fisch zurück ans Ufer waten.
Doch egal, bei einer solchen Fangquote sollte man sich nicht beschweren, oder?





