Ich: "Seas, gehst du heut fischen?"
Waxxler: "Naaaa, heut geh i net."
"I hätt schon Lust, i werd Gloryhole gehen."
"Wann bistn unten?"
"In ana Stund."
Kurze Pause.
"Ok, geht sich aus!"
Als ich am Wasser ankam, startete die wohl unspektakulärste Session der ganzen Saison. Es gab überhaupt keine besonderen Vorkommnisse. Die Taktik blieb die gleiche: PVA-Stick, Snowman, Boiliefütterung, zwei verschiedene Spots. Ich ging früh zu Bett, Bruno probierte wieder einmal das Naked Chod Rig aus und konnte wieder einmal einen Biss darauf nicht verwerten, und ich fing einen kleinen, aber feinen Schuppenkarpfen nach routinemäßigem Drill. Morgens um 6 verschwanden wir wieder zur Arbeit.
Die folgende Nacht verbrachte ich zwar nicht im heimischen Bett, aber auch nicht am Wasser,also musste ich die Rüsselfische ein bisschen auf mich warten lassen. Doch einen Tag später war ich wieder vor Ort. Angriff am Krautloch. Es war Samstag und wie befürchtet waren alle günstigen Stellen besetzt.

Ich entschloss mich dazu, den größten Bereich des Gewässers zu befischen, der von den Anglern noch verschont geblieben war, auch wenn das über 100 Meter auslegen durch den Unterwasserdschungel bedeutete.


Es tat sich eigentlich gar nix. Abends plötzlich Lärm aus Richtung Drau. Die "Magdalena", das Ausflugs- und Partyschiff drehte wieder seine Runden, heute offensichtlich mit einer Liveband, die es verstand, das Publikum mit überlegter Rhetorik zwischen den Songs zu unterhalten.
Song aus, Publikum applaudiert.
Sänger: "Danke... I sags euch, wir werden heut einfach saufen!"
Keine Reaktion vom Publikum.
"Wir werden heut einfach a Gaude haben und saufen!"
Einwand aus dem Publikum.
"Wos? I? I werd singen UND saufen!"
Publikum applaudiert.
"Heute werdma a Gaude haben und singen und saufen! Prost!"

Prost, dachte ich, und legte mich wieder hin. Der Nieselregen auf meinem Schirm ließ mich einschlafen, ich erwachte erst wieder um acht Uhr morgens.






