Hallo Sportsfreunde!
Nachdem ich im Vorjahr so gut wie keinen Fangbericht geschrieben habe, habe ich mich nun entschlossen, wieder mal etwas zu schreiben. Und was bietet sich da besser an, als die erste Session der Saison 2010.
Neue Bissanzeiger, neue Rollen, neues Revier, alles ist neu in dieser Saison. Und nicht zu vergessen auch die Köder, denn ich bin von Boilies aus dem Shop auf die Produkt von Tommis Carpshop umgestiegen, der mir beim Zusammenstellen meines Rezeptes behilflich war und die Kugeln schließlich meisterhaft produzierte. Doch vor dem Auslegen kommt die Stellensuche. Stefan alias Blake war mir behilflich, mein Boot zu Wasser zu lassen und begleitete mich bei der Spotsuche. Gar nicht so einfach, tiefere Stellen zu finden, 2 Meter war das Maximum. Also setzte ich einen Marker in ca. 150 Meter Entfernung auf 1,80 Meter Tiefe und einen weiteren auf ca. 100 Meter Distanz in 1 Meter Tiefe. Die Bodenstruktur tastete ich mit dem Ruder meines Bootes ab: Sandig und relativ hart! Perfekt also! Dennoch war mir klar, dass es nicht leicht sein würde. 2 Grad kaltes Wasser und keinerlei Lebenszeichen verdeutlichten mir, dass ich hier kein leichtes Spiel haben würde.
Beim Futter setzte ich auf "Kleinzeug": Fischiges Grundfutter, Hanf, Gerste, Dosenmais, Thunfisch, zerbrochene Boilies und etwas Salz. Das sollte die Karpfen anlocken. Pro Stelle kam noch eine Handvoll ganzer Boilies dazu.
Vorerst tat sich nichts, erst in der Dunkelhei registrierte ich erste Aktivitäten. Ein Fallbiss deutete auf einen gehakten Weißfisch hin, und tatsächlich: Am flachen Spot hatte sich ein Rotaugen/Brachsenhybride den Boilie einverleibt. Gute Gelegenheit, die "Fangfoto-Qualitäten" meiner Kamera zu testen.
Eine Stunde später: Vollrun aus dem Nichts auf dem tieferen Spot. Der Fisch hing, und das war keine Brachse. Mit der Rute in der Hand versuchte ich gleichzeitig Spannung zu halten und in die Stiefel zu kommen, um den Fisch im flachen Uferwasser keschern zu können. Für die Jahreszeit war das Tier überraschend aufgeweckt, fand dann aber den Weg in den Kescher. Mit seinen 5 kg zwar keine Sau, aber ein Februar-Karpfen aus der Drau ist sicherlich etwas Besonderes, noch dazu bei der ersten Session des Jahres und im neuen Revier, noch dazu auf die eigenen Boilies. Ich freute mich wahnsinnig und konnte schließlich meine ersten Karpfenfotos mit Schnee machen! Man beachte auch die weiße Spitze der Schwanzflosse!
Am nächsten Tag besuchte mich Michi alias Siluri mit seinem kleinen Schlauchboot und brachte mir freundlicherweise ein Sechsertragerl mit. In seinem Beisein hatte ich noch einen Biss am flachen Spot, doch der Fisch setzte sich irgendwo fest. Wir konnten ihn zwar lösen, doch statt des erhofften Karpfens landete ein fetter Aitel im Kescher.
Der Abend brach herein und das Unheil drohte! Ich hatte die Ruten piekfein ausgelegt und meine Futterplätze mit Nachschub versorgt, als von Stromaufwärts riesige Eisflächen auf mich zutrieben, die das ganze Flussbreit einnahmen. Es half nichts, ich musste die Ruten einholen, ansonsten wäre alles verloren gewesen. Das Eis musste sich irgendwo stromauf gelöst haben und trieb jetzt haltlos in der Strömung. An ein Fischen war nicht zu denken, ein weitere Auslegeversuch scheiterte. Ich war mit den Nerven am Ende und nahe dran, alles einzupacken. Ein Telefonat mit meiner Freundin brachte aber neuen Mut, und ich versuchte es nochmal. Nach ein paar Minuten war die Oberfläche wieder glatt und eisfrei, und alle Ruten lagen wieder perfekt. Ich war geschafft und wollte nur noch schlafen, was ich auch tat. Irgendwann meldete sich der Receiver meiner ATTS wieder, und ich konnte einen kapitalen Schleimkarpfen alias Brachse landen.
Das war's im Großen und Ganzen! Für mich wirklich eine denkwürdige, abenteuerliche Session mit vielen positiven Erlebnissen! So kann es weitergehen!






