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Drillverhalten Bachforelle

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Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon Lupus » 24.04.2011, 07:47

Hallo Freunde!
Mir ist es an kleinen hindernisreichen Gewässern schon öfters aufgefallen, dass Bachforellen kleinerer bis mittlerer Größe ein ganz eigenartiges Drillverhalten an den Tag legen:
Kaum angeschlagen, begibt sich die Bachforelle an die Oberfläche und wälzt sich in einem wahnsinnig schnellen Tempo, also total hektisch herum. Da ich natürlich mit Schonhaken fische, ist das um und auf beim Drill, mit dem Fisch Spannung zu halten. Bei diesem Drillverhalten ist das aber auch kaum möglich. Durch dieses hektische Wälzen an der Oberfläche bekommt man so schnell gar keine Spannung zustande und gar nicht selten gelingt es der Forelle, sich vom Haken zu befreien.
In breiteren und tieferen Gewässern und vor allem auch wenn man mehr Distanz hat, gelingt es schon ganz gut, die Finten der Bachforelle zu parieren, sie kämpft dort dann auch anders. Natürlich trifft das auch bei größeren Stücken über 40 cm zu,aber die fange ich wirklich nicht häufig.
Die übliche Portions-Bachforelle (bitte das jetzt nur von der Größe her so interpretieren, ich denke nicht automatisch bei Bachforelle an Bratpfanne) kann einem aber schon eine ganz schöne Nuss zum Knacken geben. Regenbogenforellen dagegen lassen sich recht gut kontrollieren. Erst eine ordentliche Flucht durch den Gumpen, womöglich ein zwei Sprünge, ein Schütteln mit dem Kopf, recht schöne Kraftaktionen, aber alles eigentlich immer schön auf Spannung und sitzt der Anschlag, so hat man schon halb gewonnen.
Aber das "Herumgewurl" der Bachforelle überrascht mich doch immer wieder. Ich habe es auch nicht an allen Gewässern so erlebt.
Was habt Ihr diesbezüglich für Erfahrungen?
Gruß. Lupus
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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon meimei » 24.04.2011, 10:30

Hallo Ihr,

Ja, ich kann das nur bestaetigen. Nachdem ich mich die letzten Wochen seit langem wieder intensiver mit den Bachforellen auseinandergesetzt habe.

Mit Schonhaken stehen die Chancen fuer die Forellen mindestens 60:40 fuer den Fisch.

Ich benutze eine 1.80 Baitcastrute mit einem WG -10g und monofiler Hauptschnur. Ich denke mit der Fliegenrute ist es einfacher, da die ein bischen "weicher" sind.

Bei Drill versuche ich die Rute unten nahe am Wasser zu halten. Trotzdem springen und drehen sich vor allem die "kleineren" Bafos wie wild.

Damit muss man leben :-) oder man benutzt Wiederhaken, was ich jedoch fast nie (auch nicht bei Drillingen) mache ...



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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon koppenkitzler » 24.04.2011, 16:41

Lieber Lupus,bei mir stehen die Chancen für die BF auch sicher mindestens bei 50-50 beim Fliegenfischen...........
Das ist auch schön so......und gibt der chose mehr Spannung.(Einzelfliegenhaken ohne Widerhaken)

Das "Herumgewurle" um die eigene Achse ist typisch für Bachforellen von 20 bis 40 cm.Ich habe das erst vorgestern mehrmals erlebt.
Aber:Je mehr man forciert,desto ärger wird der"Drehwurm",vor allem bei starker Strömung,was bei meinen befischten Fliegenfischwassern normal ist......

Größere Bachforellen kämpfen dann oft anders wie große Äschen fast karpfenartig am Grund des Gumpens mit zwischenzeitlich schwerem Klopfen(Kopfschütteln).

Die Extremform des "Doppelrittbergers" in der Portionsforellengröße erinnert mich manchmal schon an einen Anguilladrill(falls man einen Aaldrill überhaupt als Drill bezeichnen kann)

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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon Lupus » 24.04.2011, 20:07

Hallo!
Also Ihr bestätigt mir meine These! Ja, ich hatte bei dem, was @meimei von Achau geschrieben hatte, an meine Erfahrungen denken müssen. Nur, dass ich Widerhaken gar nicht auf meinen Fliegen habe. Ich befische nämlich die meisten Gewässer solche, wo nur Fliege und Schonhaken erlaubt ist. Aber ich glaube, dass das gar nichts mit Widerhaken oder nicht zu tun hat. Kann man einen Fisch wie eine Forelle schön auf Spannung halten, dann klappt es meistens, aber eben nicht immer, und wie Bernhard schreibt, ist gerade das das SChöne, sonst wär´s ja fad.
Gruß. Lupus
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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon Rudolft » 24.04.2011, 21:13

Servus Lupus,
versuche es doch mal mit halb soviel Druck bei Bachforellen und Du wirst noch immer auf Spannung sein.Nur Spannung kein Druck am Anfang.
Weniger ist mehr!!!!! (Du verlierst nur mehr wenig Fische)
HG Rudolf
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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon kunifax » 24.04.2011, 21:43

Hallo Freunde !

Ein sehr interessantes Thema, endlich!

Hier stößt die Kohlefaserrute an ihre Grenzen, durch die extreme Schnellkraft dieser Ruten, schlägt diese im Drill gegen die Rüttelbewegungen der Bachforelle, wodurch der Fisch im Drill nicht mehr zu kontrollieren ist.

Eine Gespließte verhält sich durch ihr zähes Verhalten ganz anders und fängt diese Stöße in Ruhe und Gelassenheit auf.

Besonders positiv zeigt sich dieses Verhalten im Drill stromab.

Gespließte 75 : 25 für den Fliegenfischer!

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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon koppenkitzler » 25.04.2011, 00:14

Ich glaube nicht,dass es an der Art der Rute liegt und wie diese die Stöße abfängt(Gespließte).
Vielmehr glaube ich daran,dass es von der Spannung abhängt bzw wie stark eben der Angler den Bachforellendrill forciert.

Das liegt wahrscheinlich daran,dass Bachforellen niemals zu einer durchgehenden starken Flucht mittels Schwanzflossenturbobewegung ansetzen(Wie eben die Regenbogenforellen und andere Salmoniden),sondern versuchen mit Körpermasse,Kopfstössen und Schlenkerbewegungen in ihrem Kopf-Halsbereich den vermeintlichen Gegner abzuschütteln.
Die Bachforellen versteifen sich dann oft in der Wirbelsäule,was dieses Phänomen des "um die Achse Wirbelns" zusätzlich erklären kann..........
Sie machen eben keine durchgehenden Fluchten in eine Richtung(mit singender Rollenbremse),sondern versuchen an einer Stelle herumzubocken und auf diese Weise den Haken abzuschütteln und ihren Unterstand zu erreichen.
Wenn man den versteiften Körper dann rasch heranzieht, beginnt er sich um die eigene Achse zu drehen.

Ist dann der Druck mit der Anglerrute bzw der Strömungsdruck gleichzeitig groß,resultieren aus physikalischen Gründen eben Drehungen um die Fisch-Achse.

Das Rezept "des halben Druckes" um dies zu vermeiden beherzigt automatisch jeder erfahrene Fliegenfischer,aber sehr oft entfernt sich der Fisch dann in der reissenden Strömung rasant vom Angler oder der nächste "gefährliche"Unterstand oder versunkene Ast wird von der bockenden Bachforelle angepeilt...

Werde es auch mit der Gespließten probieren,glaube aber nicht,dass die Rute und die Schnelligkeit der Aktion ursächlich ist.

Übermorgen werde ich wieder auf Bachforellen fischen und den Drehwurm genauestens beobachten,ich glaube aber,dass es ähnlich ist ,wie ich es geschildert habe..........

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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon DryFly » 25.04.2011, 10:00

koppenkitzler hat geschrieben:Ich glaube nicht,dass es an der Art der Rute liegt und wie diese die Stöße abfängt(Gespließte).
Vielmehr glaube ich daran,dass es von der Spannung abhängt bzw wie stark eben der Angler den Bachforellendrill forciert.
...

Ich gebe da dem Kunifax recht! Auch ich bin der Meinung, dass hier eine Gespließte ihre Stärken zeigen kann! Meine Erfahrungen bestätigen das auch.
Und natürlich stimmt auch, dass Druck lediglich Gegendruck erzeugt. Zuviel Druck auf den Fisch, und Tschüss ;-)
Gruß, DryFly

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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon koppenkitzler » 25.04.2011, 10:21

Werde morgen meine Gespließte(3/4) zum Einsatz bringen und mal schauen ob es stimmt....Bin gespannt und werds Euch berichten :)

Was mir noch dazu eingefallen ist,dass Besatzbachforellen meiner Erinnerung nach eher zum Herumgewurle neigen,als wilde Bachforellen.Aber vielleicht täusch ich mich da......

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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon Lupus » 25.04.2011, 14:22

Hallo Freunde!
Danke für die vielen Antworten!
Die Sache mit weniger auf Spannung gehen ist zwar interessant, aber meiner Beobachtung nach nicht das Hauptproblem, denn das ließe sich ja beheben:
Das "Problem" ist eher, dass man selbst wenn man wollte, gar nicht auf Spannung gehen kann, weil es so wild vor Dir "hinwurlt", dass man so schnell gar nicht spannen kann. Der Fisch "rolliert" sozusagen ganz schnell direkt vor Deine Füße, und gerade wenn Du seiner habhaft werden willst.
Der Tipp mit der Gespließten ist zwar edel, aber wegen die paar abgekommenen Bachler-Krawegerln schaffe ich mir sicher nicht auch noch eine Gespließte an :lol:
Gruß. Lupus
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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon DryFly » 25.04.2011, 18:42

Wichtig im Drill ist auch, dass man die Forellen aus dem Gleichgewicht bringt, indem man die Rute links und rechts umlegt. Dann vergeht den Schlawinern das "HinundHerGewurle" ganz schnell. Und nochmal: Spannung nur soviel, wie zum Fischkontakt notwendig ist. Der Fisch braucht lediglich einen Impuls, der ihn zur Flucht verleitet - der Rest ist Geduld.

Klar, eine Gespließte wegen ein paar weniger BaFo's ist wahrscheinlich übertrieben. ;-) Allerdings eine langsame, parabolische Kohlefaser reagiert ähnlich.
Die meisten Kohlefaserruten sind mit zuviel Spitzenaktion gebaut.
Gruß, DryFly

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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon koppenkitzler » 25.04.2011, 20:01

Ja dryfly,danke,das klingt logisch.
Wobei ich aber glaube dass erfahrene Fliegenfischer sowieso NICHT zuviel Spannung verursachen,aber wie gesagt in einem reissenden Gebirgsbach siehts anders aus,die Forelle wurdelt unter Umständen so schnell flussabwärts,dass man nicht nachkommt(in meinem Gebirgswasser hat man ohne Spannung keine Chance,sonst wird die Distanz rasch zu groß und der Fisch schlitzt erst aus).
In einem ruhigen Wasser werde ich das das nächste Mal beherzigen,sofern die multiplen Wurzeln und Felsen nicht den Drill vorzeitig beenden......

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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon Lupus » 26.04.2011, 05:45

Hallo Dryfly!
Ja, mit dem Rute nach rechts oder links umlegen! Das ist es, warum ich die Ausstiegquote in Gewässern wo dies Möglich ist, auch viel geringer habe. Ich glaube jetzt geht mir ein Licht auf: Das Gewässer, wo ich nämlich die meisten Bafo-Herumwurl-Aussteiger hatte, ist ein kleiner Waldbach, sehr verwachsen. Dort ist es eben leider meistens nicht möglich, mit der Rute so zu manövrieren wie man es gerne hätte. Denn rechts und links hast Du Gestrüpp, und oft über dem Kopf auch genug Astln. Ist eben eine ganz lustige Herausforderung auch, so ein Gewässerchen.
In schönen klassischen Revieren ist es glaube ich eh so, dass man instinktiv die Finten der Fische zu parieren weiß. Nicht nur als Fliegenfischer, auch als alter Hechtnfischer weiß ich ja, dass man besser die Rute seitlich beim Drill hält, damit er nicht springt und einem den Blinker entgegenschleudert.
Ja, was die Aktion der Rute betrifft: Die Ruten die ich verwende sind Orvis Midflex Power. Also eh keine sture Spitzenaktion. Und für das kleine Bacherl habe ich eben eine 7 Fuss Midflex Power, mein "Spielzeugl für das Lulubachl" , wie meine Frau es charmant nennt :wink:
Mit freundlichen Grüßen. Lupus
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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon DryFly » 26.04.2011, 06:17

Hallo Lupus,
Lupus hat geschrieben:Hallo Dryfly!
Ja, mit dem Rute nach rechts oder links umlegen! Das ist es, warum ich die Ausstiegquote in Gewässern wo dies Möglich ist, auch viel geringer habe. Ich glaube jetzt geht mir ein Licht auf: Das Gewässer, wo ich nämlich die meisten Bafo-Herumwurl-Aussteiger hatte, ist ein kleiner Waldbach, sehr verwachsen. Dort ist es eben leider meistens nicht möglich, mit der Rute so zu manövrieren wie man es gerne hätte. Denn rechts und links hast Du Gestrüpp, und oft über dem Kopf auch genug Astln. Ist eben eine ganz lustige Herausforderung auch, so ein Gewässerchen.

In schönen klassischen Revieren ist es glaube ich eh so, dass man instinktiv die Finten der Fische zu parieren weiß..........

ich hab glücklicherweise die Ehre, beide Arten von Gewässern befischen zu dürfen :-) Der Umstieg von einem Wasserl zum anderen ist dann tatsächlich immer eine Herausforderung.

koppenkitzler hat geschrieben:......aber wie gesagt in einem reissenden Gebirgsbach siehts anders aus,die Forelle wurdelt unter Umständen so schnell flussabwärts,dass man nicht nachkommt(in meinem Gebirgswasser hat man ohne Spannung keine Chance,sonst wird die Distanz rasch zu groß und der Fisch schlitzt erst aus).
......

Das kenn ich auch - das sind dann meistens die Angeltage, an deren Ende meine Frau fragt: "... woama wieda schwimma?.." , weil ich mit das Reservegewand anhabe. Und unter dem Gwandl der eine oder andere blaue Fleck zum Vorschein kommt. Oder mit anderen Worten: wenn der Fisch nicht zum Angler kommt, dann muss der Angler zum Fisch - manchmal geht's halt schief :lol:
Gruß, DryFly

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Re: Drillverhalten Bachforelle

Beitragvon Lahnfischer » 27.04.2011, 10:57

Hi Lupus,

unsere Bachforellen sind auch so wilde Oberflächenkopfschüttler. In unserem Vewreinsbach, wo nur ein Einzelhaken ohne Widerhaken am Wobbler erlaubt ist, kann man oft nahezu verzweifeln. Hatte neulich da einen Tag, an ich von bestimmt 15 Bissen nur eine einzige Bafo landen konnte. Waren zwar überwiegend eh alles recht kleine Forellen, aber nerven tut einen das doch... :roll:
Gruß Thomas

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