von Lupus » 05.11.2010, 13:28
Was kommen für Fische vor?
Sehr kryptisch gesagt: „Das was die Kormorane übriglassen“.
Nun ja, in erster Linie werden im Bereich oberhalb und unterhalb der Stadt Schwechat Aitel und Barben vorkommen, jedenfalls war es so noch in den Zeiten, bevor alles reguliert wurde.
In den letzten Jahren wurde vor allem im Bereich beim Schloßpark Altkettenhof (wo das Bezirksgericht ist) bis oberhalb, also auch bei der Liesingmündung, die immer ein hotspot war, umfangreiche Regulierungen durchgeführt und da ist wirklich fast „kein Stein auf dem anderen geblieben. Man hat sich zwar redlich bemüht, schöne Mäandrierungen mit verschiedenen Tiefen und Strömungen anzulegen, aber bis dort wieder eine anständige Vegetation ist. Die Zeiten, wo es all die uralten schattenspendenen Bäume gab, sind vorbei. Auch der Zusammenfluß von Mühlbach und Liesing mit gemeinsamen Einlauf in den „Mitterbach“ wie die Schwechat dort heißt, schaut schon lange nicht mehr so attraktiv aus. Bei einem Spaziergang habe ich jedenfalls im untersten Teil der Liesing zahlreiche kleine bis mittlere Aitel gesehen, die waren immer dort.
Der Kalte Gang hat auch schon einmal besser ausgesehen. Jetzt wurde sehr sehr viel gebaut dort. Von dem dschungelartigen Zustand auf dem ehemaligen Speditionsgelände ist nichts mehr übrig und jetzt sind Reihenhaussiedlungen dort.
Unterhalb von Schwechat sieht es ziemlich eintönig aus seit dort mit dem Bau der Südosttangente reguliert wurde. Ich kannte es noch von früher, als die Schwechat wildbachartig bis Richtung Albern floß, weil meine Mutter in der damals noch existenten Baumschule der Stadt Wien aufgewachsen war.
Interessanter wäre der unterste unregulierte Teil der Schwechat im Bereich von Mannswörth bis zur Mündung. Dort darfst Du dann ab der Zainethbrücke nur das rechte Ufer befischen und es gelten die Nationalparkbestimmungen. Fischbestand: Barben gibt´s immer wieder, und sonst schwankend, weil die meisten besseren Fische dann zu finden sein werden, wenn die Donau hohes Wasser führt und sich das Wasser bis weit in die Schwechat hinauf zurückstaut und natürlich auch die Fische wandern.
Fischbesatz (Karpfen vor allem) wird meines Wissens hauptsächlich im Bereich Rannersdorf (unterhalb der Schmidtmühle) durchgeführt, denn dort ist es wie ein recht langsam fließender Werksbach und auch nicht hochwasseranfällig. Dort sitzen dann bald nach dem Besatz die „Lokalmatadoren“ und tun sich gütlich.
Was die Bestimmungen betrifft, so sind in den meisten „Mischwässern“ ziemlich ähnliche Bestimmungen für alle Verbandsgewässer mit kleinen Schwankungen. Einige erlauben das Spinnfischen erst ab September, andere wieder schon ab Juni und manche (Stromreviere) ganzjährig. Beim Anfüttern haben sie meist 2 Händ voll vor Beginn des Fischens. Nachtfischen wird dort sicher nicht gestattet sein. Und dazu kommt dann noch, dass doch ein Teil des Reviers im Nationalpark liegt und dort die Nationalparkbestimmungen laut geltendem fischereilichen Managementplan Anwendung finden.
Warum man nicht viele Informationen findet? Das wird immer so sein, wo die Nachfrage größer als das Angebot ist. Haufenweise Info´s wirst Du am ehesten für Gewässer finden, die weit weg liegen, wo man auf Touristeneinnahmequellen hofft oder wo der Preis gepfeffert ist.
Bei einem „Stadtrevier“, wo das Lizenzlimit sowieso immer ausgeschöpft ist, weil auf freiwerdende Lizenzen natürlich schon sowieso Leute warten, ist es nicht nötig, groß im web die Werbetrommel zu rühren. Denn auch bei Bewerbern wird sich irgendwie „ein harter Kern herausbilden“, nämlich die die gleich das Handtuch werfen und sagen „bevor ich warten muß lass ich´s bleiben, und dann wieder die, die sich beim betreffenden Verein „anschaun“ lassen, auch mal bei Reinigungsaktionen mithelfen oder so…
Wie das jetzt dort dann sein wird, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber das eine oder andere von dem hier wird schon zutreffen.