Die Philosopie der Fischerei
Warum gehen wir fischen?
Ist es der Weg in die Natur, verbunden mit Entspannung und Erholung, oder geht es doch um den Fang eines Kapitalen. Oder ist der Kapitale nebensächlich und es zählt jeder Fisch, oder ist es sowieso völlig egal ob man etwas fängt oder nicht.
Ich denke jeder hat da so seine eigene Einstellung dazu.
Doch eines haben wir Fischer sicher gemeinsam, bis auf ein paar Ausnahmen (die es ja in jeglicher Hinsicht und in jedem Bereich gibt) lieben wir die Natur und die damit verbunden Ruhe und das Entkommen von unserem Altagsstress.
Klar, auch bei mir war das nicht von Anfang an so, und als ich mit der Fischerei begonnen habe, war ein Tag ohne Fangerfolg ein verlorener Tag, aber mit der Zeit bin auch ich dazu gekommen das nicht der Fang das wichtigste ist.
So komme ich auch nach Schneidertagen zufrieden und entspannt zurück und das ist mir oft gar lieber. Doch was ist es nun eigentlich wirklich was uns an der Natur so gefällt und uns so entspannen lässt. Ist es das Rauschen des Herbstwindes in den gefärbten Blättern oder das Gezwitscher der Vögel das den einkehrenden Frühling ankündigt oder einfach die Ruhe, fernab des ganzen Lärms von Autos Maschinen und dem Lärm auf der Straße.
Meiner Meinung nach ist es einfach alles.
Ich kann mich noch gut an meinen letzten Italien Urlaub erinnern, ist ja auch erst 2 Monate her, jeden Tag und jede Nacht saßen wir am ruhig dahin fließenden Po. Kein Lärm, nur die Natur, der Fluß mein Bootspartner und ich und die Fische die bekanntlich ja nicht sehr viel Lärm von sich geben. Und so vergingen die Tage, Wels konnten wir zwar keinen überlisten, was in diesem Fall doch etwas an mir nagte. Denn wenn man an den Po fährt erwartet man sich dann doch einen Fisch.
Doch der eigentliche Sinn war erfüllt, ich kam entspannt zurück. Und als ich dann mit meinen Freunden auf ein paar Getränke zu einem Fest fuhr, füllte ich mich restlos überfordert. Der Lärm der Musik, das Gebrülle Betrunkener, das Gedränge, das alles war mir plötzlich zu viel, ich brauchte wieder Ruhe und so saß ich am nächsten Tag schon wieder am Wasser.
Das alles soll sich jetzt nicht so anhören als wollte ich keine Kapitalen Fisch fangen, natürlich deshalb gehen wir ans Wasser, es ist der Fang des Lebens, denn wir alle Suchen, sicher es gibt Fischer denen das egal ist, doch genau die sind es die sich am Meisten über einen Meterhecht, oder einen 20+ Karpfen freuen.
Unter dem Wort Fischen, versteht vermutlich jeder etwas anderes, doch letztendlich gehen wir alle dem gleichen Sport nach.
Und ich kann es überhaupt nicht verstehen das es das Wort Fischneid überhaupt gibt. Ich freue mich über jeden gefangen Fisch egal ob er von mir gefangen wurde oder nicht.
Das beste Beispiel hat jetzt erst ein Freund von mir geliefert. Er befischt über mehrere Monate den Maierteich und nachdem er bereits fünfmal ohne richtigen Erfolg zurückkam wurden schon Stimmen laut, das er vielleicht etwas falsch machen würde und das dort keine guten Fische seien. Doch er glaubt an diesen Teich und sein Können und so kam es wie es kommen musste, er fing seinen Fisch und was für einen. Ein Amur von 17 Kilo und 1,10cm. Und plötzlich verstummten die Stimmen und alle freuten sich mit ihm. Ich muss zugeben, ich war auch schon skeptisch gegenüber diesem Teich und dass er schwer zu befischen ist weiß jeder, doch es hat funktioniert und ich gratuliere Ralf hier auf diesem Wege noch einmal recht Herzlich.
Wenn ich mit befreundeten Fischern spreche, so stelle ich immer wieder fest, das jeder das Fischen gleich begonnen hat. Die älteren Semester haben meist in, in der Nähe liegenden Bächen begonnen mit der Hand den Weißfischen auf den Leib zu Rücken, bei der etwas jüngeren Generation waren es meistens Bekannte die sie mal kurz zum Fischen mitnahmen.
Meiner Meinung nach sind die ersten Versuche die Wichtigsten, dabei ist einzig und allein der Fangerfolg wichtig. Den ein 5 jähriger oder jährige haben noch nicht den Drang sich in der Natur zu erholen.
Somit werde ich es nie wagen so genannte Karpfenpuffs zu verurteilen, klar einen gestandenen Fischer zieht es an Flüsse oder Seen, wir suchen die Herausforderung. Doch wer eine 5jährigen dorthin mitnimmt und sich wundert das es ihn nach 3 Erfolglosen Versuchen nicht mehr interessiert darf sich nicht wundern wenn es ihn dann nicht mehr interessiert.
Ich kann mich noch gut an meine Anfänge erinnern, mein Onkel einer meiner besten Freunde nebenbei nahm mich immer mit an die Raab, und sobald er merkt das ich nach 2-3 erfolglosen Versuchen an der Raab das Interesse verlos nahm er mich mit zu eben so einem Puff und nach 6 Stunden Fischen und 14 Karpfen war das Suchtpotenzial wieder geweckt, und als ich dann meine erste Forelle in der Raab fing war der Bann gebrochen und ich war endgültig süchtig. Ich war zu diesem Zeitpunkt, ein sehr aggressives Kind und zerstöhrungswütig und meine
Doch wo findet man das heute noch, ich sehe immer weniger Junge am Wasser und wenn man dann als Junger am Wasser sitzt und von einem alten Hasen auch noch angeschnauzt wird, so mit den Worten. “So wie du fischt so wird das nichts“, und statt Tipps zu geben einfach missächtlich weiterläuft, verstehe ich die Jungen zu denen ich sicherlich auch noch zähle. Und was machen die meisten dann, sie sitzen vor ihrem Computer und das stundenlang.
Ich danke meinem Onkel, da er mir nicht nur den grossteil meiner fischereilichen Kenntnisse beigebracht hat sonder auch die Liebe zur Natur und den Respekt gegenüber allen Lebewesen, welchen ich oft bei teilweise sogar älteren Semestern vermisse..
Wenn ich jetzt ein Wochenende mit Freunde zum Fischen plane, kommt meistens die Ansage von Nichtfischern,
„Was hat den das mit fischen zu tun, das wird ja nur gesoffen und erholen kannst du dich ja auch nur allein“.
Nun ja um mich zu entspannen muss ich nicht immer allein sein, und ja wenn wir zu dritt unterwegs sind werden auch mal zwei drei Bier getrunken, aber ein Wochenende mit Freunde an einem schönen See in der Natur ist auch entspannend, so sehe ich das zumindest, obwohl auch ich ab und zu alleine unterwegs bin, den hin und wieder brauche ich das.
Ich könnte jetzt noch Stunden so weiter schreiben, doch den Sinn und die Philosopie der Fischerei muss oder hat sowieso jeder auf seine Weise für sich entdeckt.
Somit wünsche ich allen weiterhin viel Spaß, Erholung und natürlich ein DICKES PETRI HEIL für die Zukunft
Euer Alexander Kubica alias Muskie
Team Styrian Sport Fishing



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