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Der Weg des geringsten Widerstands...

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Der Weg des geringsten Widerstands...

Beitragvon Polsi » 31.05.2011, 17:16

...und des geringsten Erfolges

Fast zwei Wochen waren seit meinem letzten Karpfenansitz vergangen. Nur eine kurze Feedersession ließ sich zwsichen Beruf, Studium und sonstigen privaten Verpflichtungen einschieben. Doch nun hatte ich wieder eine Nacht Zeit, die ich unbedingt am Wasser verbringen wollte. Da ich vom Vorabend noch leicht angeschlagen war, wählte ich diesmal den Weg des geringsten Widerstandes - normalerweise ganz und gar nicht mein Stil, aber diesmal musste es so sein: Tackle ins Auto, fast direkt ans Wasser fahren, keine Bootsarbeit und den Rest des Tages herumliegen.

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Gut, ganz so ohne Hintergedanken hab ich den Trip dann doch nicht geplant: Die Stelle ist bekannt für zeitweise ganz passable Fänge an mittleren Karpfen und steht aufgrund ihrer leichten Erreichbarkeit immer unter Futter. Zwei Argumente, die meine eigene Unlust, das Tackle kilometerweit mit dem Trolley spazieren zu fahren, noch unterstützten. Zudem musste ich morgens bereits um 6 Uhr aufstehen und mich wieder der Arbeit widmen, weshalb ich mich für die Parkplatzstelle entschied.

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Ins Wasser flogen eine 24er Kugel am Blowback-Rig und ein 20er Fluo Popi am Hinged Stiff Rig, das ganze mitten in den Schlamm hinein. Per Schleuder fütterte ich mehr als großflächig etwa einen Kilo Boilies über die beiden Rigs - das sollte reichen.

Der restliche Tag verging unspektakulär, darum stellte ich erstmal den Gaskocher an.

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Heinz Cup to Go. Ein Fertiggericht der besseren Sorte, allerdings auch dementsprechend teuer. Laut Verpackung angeblich ohne chemische Geschmacksverstärker, aber dennoch dermaßen intensiv, dass man Mühe hat, den Geschmack im Mund wieder los zu werden.

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Am Abend gab's dann was Traditionelles: Lavanttaler Brettlause mit Trockenwürstel direkt vom Bauern und einem guaten Kas! Wer kann da schon widerstehen? Ich auf jeden Fall nicht.

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In der Nacht wurde ich von einem brachialen Vollrun geweckt. Der Fisch schaffte es sogar, die Rute aus dem sehr hart eingestellten Backrest zu ziehen. Doch als ich Kontakt aufnehmen wollte, holte mich Ernüchterung ein. Der Fisch war ausgestiegen... Mist! Der Ring am Blowback-Rig war bis zum Öhr hinaufgeblasen, das Blei im Safetyclip fast ausgeklingt. Definitiv ein Karpfen... Chance vertan, Pech gehabt. Danach blieb es bis zum Morgengrauen ruhig. Ich genehmigte mir noch schnell einen Kaffee, bevor ich mein Tackle um 6.30 Uhr ins Auto verstaute und wieder Richtung Heimat fuhr.

Keine Frage, es ist ganz angenehm, wenn das Auto fünf Meter weit entfernt steht. Der nicht verwandelte Biss hat gezeigt, dass man sogar an vollkommen überlaufenen Stellen noch mit Fischen rechnen kann. Dennoch bin ich mir sicher, dass mit konstanten Fängen nur diejenigen rechnen können, die auf eigenen Pfaden wandeln und den Weg des geringsten Widerstandes gerne gegen einen Trampelpfad voller Dornen, Wurzeln und Schlaglöcher austauschen.
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Re: Der Weg des geringsten Widerstands...

Beitragvon Lupus » 01.06.2011, 06:08

Hallo Polsi!

Sehr schöne Geschichte. Das zweite Bild, wo Du Dein Zeugl begutachtest, gefällt mir am besten.
Ich muss auch öfters Stellen wählen, wo ich nicht weit habe. Nicht unbedingt freiwillig, sondern wenn ich gerade vor dem Tageswerk noch im Morgengrauen 2 Stunden fischen will. Da geht keine Expedition, da muss alles schnell gehen.
Schade, dass Du den Biss nicht verwerten konntest.
Aber am meisten bewundere ich Dich für Deinen Magen. Wenn ich diesen Dosenfraß sowohl unverpackt als auch am Gaskocher sehe, reckt es mich schon gewaltigst. Schade, dass ich da wo ich jetzt schreib, nicht einen Klaren zum Beruhigen habe (lach).
Aber die Wurscht sieht dagegen schon sehr gut aus.
Petri Heil. Bei mir ist momentan eher Raubfischfieber.
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Re: Der Weg des geringsten Widerstands...

Beitragvon Lepidorfer » 01.06.2011, 06:37

Hmmm... Kärntner Hauswürschtln!!! :prost:

Ja das kann ich nur bestätigen, seit dem mich einige Angler letztes Jahr beobachtet haben, das ich bei einer eigentlich unschinbaren leicht erreichbaren Stelle top gefangen habe ist dort eigentlich Sense...

Ab und an fängt man einen Satzkarpfen der noch nicht mit bekommen hat das dort Hakenzone ist, aber die größeren Exemplare sind auf andrer Stellen ausgewichen, die man schwer bis gar nicht erreicht...

Die Karpfenfänge haben ich bis jetzt auch in Grenzen gehalten... (naja war auch noch nicht wirklich oft)

Toller Bericht Petri Heil, und beim nächsten mal wieder 5 km mitn Trolly über Stock und Stein!!! :up2:
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Re: Der Weg des geringsten Widerstands...

Beitragvon D.D. » 01.06.2011, 08:00

Ich finde das Nahrungsangebot sehr ansprechend.
Wusste nicht, dass es von Heinz Maden ins Soße gibt
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Re: Der Weg des geringsten Widerstands...

Beitragvon Polsi » 01.06.2011, 12:55

Lupus hat geschrieben:Aber am meisten bewundere ich Dich für Deinen Magen. Wenn ich diesen Dosenfraß sowohl unverpackt als auch am Gaskocher sehe, reckt es mich schon gewaltigst.


Versteh ich das richtig? Dich reckt es schon, wenn du die Verpackung siehst? Aber ehrlich, so schlecht ist das Zeug wirklich nicht!
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Re: Der Weg des geringsten Widerstands...

Beitragvon Jan Age » 01.06.2011, 17:41

Hallo Polsi!

Danke für den wie immer tollen Bericht voller kulinarischen aber auch angeltechnisch interessanten Anregungen!
Mir fällt auf, dass du gerne Fluo Pop Ups verwendest. Sind die von der Geschmacksrichtung immer ident mit den Boilies die du anfütterst, oder spielt dies bei deinen Überlegungen keine Rolle?

lG,

Jan Age
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Re: Der Weg des geringsten Widerstands...

Beitragvon Polsi » 02.06.2011, 02:30

Jan Age hat geschrieben:Hallo Polsi!

Danke für den wie immer tollen Bericht voller kulinarischen aber auch angeltechnisch interessanten Anregungen!
Mir fällt auf, dass du gerne Fluo Pop Ups verwendest. Sind die von der Geschmacksrichtung immer ident mit den Boilies die du anfütterst, oder spielt dies bei deinen Überlegungen keine Rolle?

lG,

Jan Age


Hi Jan, nein das spielt bei mir keine Rolle. Ich verwende die Fluos, um den Köder auffälliger und leichter zu machen, Flavour is egal.
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