Hallo Andreas !
Das Tiroler Hölzl ist, wie der Name schon sagt, in Tirol entstanden und zwar wahrscheinlich am Inn.
Die Fliegenpräsentation wird mit einer Fliegenrute sehr schwierig, wenn die Wurdistanz groß und nach dem Auftreffen der Nymphen auf der Wasseroberfläche sofort eine Tiefe bis zu 3 m erreicht werden soll.
Der Sinn ist, eine bestimmte Anzahl von Nymphen, meistens zwischen 3 und 5 wie einen Fächer zu präsentieren, wobei das ruckartige Stolpern des Hölzls über den Grund die Nymphen auf und ab bewegt, was vor allem auf die Äsche einen großen Reiz ausübt.
Das Hölzl hat sicher seine Berechtigung an großen Alpen-Flüssen, wie dem Inn, der ja über viele Monate im Jahr überhaupt unbefischbar ist. In den 80iger Jahren hatten wir am Inn in einem jahr einmal nur 15 Tage an denen die Fischerei nicht durch extrem hohen Wassertand oder starke Trübung beeinträchtigt war.
Leider ermöglicht die Methode aber Massenfänge, besonders auf Äschen und wer hört schon mit dem Fischen auf, wenn er nach 30 min die erlaubten 3 oder auch 5 Fische gefangen hat. Diese schlechten Erfahrungen haben die meisten Bewirtschafter dazu veranlaßt, das Hölzl zu verbieten.
Das Hölzl mit dem Fliegenzug ist auch im Bezug auf schonendes Zurücksetzen nicht gerade ideal.
Wer einmal auf Renken mit einem Zug gefischt hat, weiß, daß z.B. ein Kescher beinahe unbrauchbar ist, also muß auch jeder untermaßige Fisch gestrandet werden, egal wo, auf der Kiesbank oder im Sand!
Wenn hier einige schreiben, daß das Verbot des Tiroler Hölzls eine ungerechtfertigte Einschränkung ihrer fischereilichen Tätigkeit bedeutet, so hat das für mich einen etwas komischen Beigeschmack, denn leider hat sich herausgestellt, daß eben die Fischer
nicht verantwortungsvoll mit den Resourcen eines Gewässers umgehen, sondern fangen was nur irgendwie möglich ist, wenn man ihnen das dazu nötige Gerät in die Hand gibt.
Diese Methode ist außerdem extrem erfolgreich in kleineren Flüssen, man ist im Stande,
jede und ich betone nochmals
jedein einem Gumpen stehende Äsche zu fangen und zwar alle hintereinander. Daß das für ein Gewässer und seinen Fischbestand nicht sinnvoll sein kann, muß wohl jedem klar sein. Nach dem nun fast überall das Hölzl verboten ist, haben findige lLeute das Czech-Nymphing "erfunden", dies ist nichts anderes als das Fischen mit der Fliegenrute und einer Montage, die genau einem Tiroler Hölzl entspricht. Der derzeit regierende Weltmeister hat bei einem Demonstrationsfischen bei Rudi Heger an der Deutschen Traun in einem Maße gefangen, daß die anwesenden einheimischen Gurus den Mund nicht mehr zu brachten.
Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, es geht hier ausschließlich um das Hölzl im Fließwasser mit einem Fliegenzug beim Fischen auf Salmoniden, als Grundblei in verschlammten Gewässern ist es ideal und auch legal, keine Frage.
Ich hoffe ich konnte Deine Frage einigermaßen beantworten
P.H.
Kunifax
PS: übrigens gibt es im Fließwasser mittlerweile weit besseres als das Tiroler Hölzl, das sich nämlich im stark verblockten Wasser verläßlich verklemmt.
A