Die Etikettierung "minderwertig" ist natürlich blöd, und ich habe an anderer Stelle ja durchaus zugegeben, dass meine Gefühle da ungerecht sind. Kulinarisch sind Brassen wirklich nicht zu verachten, wenn sie richtig zubereitet werden. Mir die Mühe zu machen, Fischbuletten aus Brassen zu machen, wäre mir allerdings viel zu viel Arbeit, und als Speisefische sind mir schon Schleien und Karpfen zu modrig.
Ich hab beim Karpfenangeln schon wirklich stolze Exemplare von Brassen gezogen, darauf gezielt zu angeln, käme mir aber nie in den Sinn. Für Wettkampfangeln habe ich noch nie sonderlich viel übrig gehabt, und Brassenangeln ist für mich lediglich ein Mittel zum Zweck der Köderbeschaffung.
Beim Hechtangeln im Spätherbst und Winter sind Brassen oder Brassen/ Rotaugen Hybriden aber meiner Erfahrung nach unschlagbar, vor allem entsprechen Brassen aber meistens genau der gewünschten Köfigröße, und als gezielten Köder für größere Hechte gibt es kaum einen besseren Köder, als eine grosse tote Karausche oder Brasse. Seit die Köfibeschaffung etwas schwieriger geworden ist, erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich mich über einen typischen "Hebebiß" freue





