Immer wieder einmal taucht die Frage auf kann ich meine Bleie/Pilker nicht selbst gießen und wie geht das.
Deshalb habe ich weiter unten eine einfache Gießform aus Holz konstruiert
-Holz geht das – ja –ich habe ich selbst ausprobiert- hält viele Gießvorgänge
lang.Holz ist preiswert und es lassen sich mit etwas Fantasie viele Formen herstellen.
Allgemeines über Blei!
Blei ist ein in der Natur vorkommendes Schwermetall. Es wird geschätzt das es weltweit 67Millionen Tonnen davon gibt,
1 Kubikzentimeter Blei wiegt 11,34 gr. und hat einen Schmelzpunkt von
327,43 Grad Celsius.
Blei ist ein weiches, leicht zu verarbeitendes Metall und war deshalb schon bei den alten Römern sehr begehrt.
Man stellte daraus Geschoße, Wasserohre, Vasen und viele andere Gegenstände her –ja selbst zum Pantschen von Wein (süssen) wurde es benutzt. Mit der Entdeckung anderer Metalle verlor Blei allerdings an Bedeutung und spielt nur noch eine“ Nebenrolle“ in der Industrie.
Sicherheitshinweise
- Blei ist giftig
- nicht die Dämpfe einatmen
- nicht bei geschlossenem Fenster gießen – für gute Belüftung sorgen.
- Schutzbekleidung –Brille, Handschuh , festes Schuhwerk tragen.
- Löschmittel wie Pulverlöscher- CO²-Löscher bereitstellen
-einen vollen Eimer Wasser bereithalten zum Abkühlen der Gießform und
zum sofortigen Kühlen von evtl. Verbrennungen
Umgekippte Bleimasse nicht mit Wasser löschen – Verbrennungsgefahr
1Liter Wasser ergibt ca. 1000 liter Wasserdampf.
Das wir zum Bleigießen benötigt:
1. Blei
2. einen festen Schmelztopf /eine Gießkelle mit festem Stiel – darf nicht aus
Aluminium sein und der Stiel muß geschweißt –darf nicht gelötet-sein
3. Eine Gießform
4. 1mm Stahldraht für Sonderzubehör -Tool
Nun geht es los
1. Blei
-gibt es beim Dachdecker, in der Autowerkstatt, Schrotplätze u. s. w
2. Schmelz-/Gießkelle
Hierfür wird benötigt
- 1 Rohrendkappe (Blindverschluß) aus Stahl von 80 mm Durchmesser
- 1 50 cm lg. Rundstahl von 6 mm Durchmesser
- 1 Feilenheft als Griff
Am Rundstahl an dem einen Ende eine etwas längere Spitze dran schleifen
oder Feilen. Nun das Feilenheft als Griff fest drauf stecken.
Diesen Stiel nun an die Blindkappe schweißen o. schweißen lassen. Fertig.
3. Gießform:
Dazu braucht ihr -ein Stück Hartholz (Buche oder Eiche)das ca. 30 cm lang, 15 cm breit,
5 cm dick ist.
-steifes Messing oder Stahldraht von 1,5 o. 2,0 mm Durchmesser
-1 Bohrer von 1,5 o. 2,0 mm Durchmesser je nach Drahtstärke
-1 Bohrer von 10 mm Durchmesser -1 Kegelbohrer Eurer Wahl mit einem Winkel von 25 - 30° Grad
Als Erstes, teilen wir mit Lineal und Bleistift die Breite des Holzes in 2 Reihen (5 cm + 5 cm) danach die Länge, in 5 Reihen 5 cm + 5 cm +5 cm u.s.w.) auf. Jetzt bohren wir senkrecht, mit einem kleinen Bohrer
(dem Drahtdurchmesser entsprechend), in den durch das Aufteilen
entstandenen 10 Mittelpunkte, Löcher fast ganz durch bohren.
siehe Zeichnung – Draufsicht
Anschließend nehmen wir:
Für runde Grundbleie den 10mm Bohrer.
Für ein Wurfgewicht von ca. 10 gr. wird eines der kleinen Löcher ca.
10mm tief aufgebohrt.
Für ca. 15 gr., ca.15mm tief. u.s.w
Für kegelförmige Laufbleie - den Kegelbohrer.
Wurfgewichte: 1 cm³ Blei wiegt 11.34 Gramm Berechnung des Kegelvolumens – Grundfläche x Höhe : 3
siehe Zeichnung – Schnitt
Wer eine Oberfräse oder einen Dremel besitzt kann sich weitere Formen
ausdenken.
siehe Zeichnung
So werden die Blei gegossen:
1. Ca. 8 cm lange Drahtabschnitte in die 1,5 o. 2,0mm Bohrungen der Gießlöcher stecken .
-müssen fest und senkrecht stehen-
2. Blei flüssig machen und an den Drahtstäben vorbei, vorsichtig
die Löcher vollgießen.
3. Das Blei erkalten lassen, dann unterleichtem Klopfen aus der Form
schütteln, die Drähte für eine weitere Verwendung mit einer
Zange aus den Bleien ziehen. Die Bleie mit einer Feile evtl. noch bearbeiten.
4. gießt man anstelle der Drahtstäbe -Wirbel ohne Karbiner mit ein, so entsteht dann ein Einhängeblei. Dazu bohrt man das Loch unten auf die Größe der Wirbeltonne auf.
Tool
Die gefertigten Wurfgewichte ohne Wirbel können nur als Grundbleie auf die Schnur gezogen werden. Um aber auch diese als Einhängebleie verwenden ,von aussen auf /in die Schnur hängen zu können, einfach dieses kleine- von mir erdachte Tool -aus dünnen Stahldraht – Federdraht (Büroklammer, Blumendraht) biegen.
s. Zeichnung
So geht es.
- Einfach die Hauptschnur doppelt durch das Wurfgewicht schieben.
In die Schlaufe, welche aus dem Wurfgewicht schaut, das Tool einhängen.
Schnur zurückziehen. Paßt.
oder
- Tool durch das Wurfgewicht stecken und an einen Wirbel-/Karabiner
einhängen.
Tipp - der >Umwelt zu liebe
Beim Schreiben dieses Beitrages kam mir der Gedanken, warum
müssen die Wurfgewichte eigentlich immer aus Blei sein? Blei ist heut- zutage gar nicht mehr so leicht zu beschaffen. So kam ich dann auf die
Idee anstelle von Blei - Gießbeton o. Fliesenkleber mit Sand angerührt in
die Form zu gießen. Da sich Metall mit Beton verbindet, Kunststoff-röhrchen (z. B. Lutscherstiele, Trinkhalme)welche im Wurfgewicht bleiben können, statt Drahtstäbe zu nehmen.
Allerdings stimmt dann die Gewichtsberechnung nicht mehr. Die Betonbleie sind für ein entsprechendes Wurfgewicht grösser.
Gruß Oldman





