hallo midnander!
melde mich zurück von einer schönen Woche in Balatonakali, und möcht ein bissl meine Eindrücke weitergeben!
nach gemütlichen 2,5 Std. Fahrt sind wir am Ostermontag am Campingplatz angekommen, sofort war alles hergerichtet und die "Mission" Balatonponty konnte beginnen,
sofort kam der erste Schock, ich hab mein kleines Schlaucherl nicht mitgenommen da der Campingplatzbetreiber ein Boot für mich weggestellt hat, leider musste er mir mitteilen, dass dieses noch auf Reperatur ist und er momentan kein weiteres frei hat, na wödklasse...
wer braucht schon ein Boot für die 2-3 Hektar
unser sehr netter Parzellennachbar, der Dietmar aus Cottbus, ein Dauercamper (der Herr fischt seit 20 Jahren v. April - September durchgehend auf Zander & Aal) hat sich zum Glück bereit erklärt, uns ab und an mit seinem Boot zu füttern & einen Marker setzen zu lassen, war die Fischerei trotzdem massiv einschränkte, da ich dieses bestenfalls auf Wurfdistanz machen konnte (er fuhr nur 1x am Abend raus seine Köderfische auslegen),
ok, also auf ca. 100 m zwischen eine massive Steinpackung und ein dichtes Krautfeld den Marker gesetzt, den zweiten auf ca. 50m
die Unterwasserwelt sieht ungefähr so aus: vom Ufer weg sofort mal Kraut bis ca. 15m, danach eine Steinpackung wo man bei günstigem Wind die Fels - Spitzen sehen konnte, ca. 20m breit & 50m lang, danach ein kurzes sandiges Platzerl, danach wieder Kraut...ich "freute" mich bereits auf den ersten Drill ohne Boot
so wurde aus der Not eine Tugend gemacht, die diese Woche unvergesslich werden ließ:
unter Tags wurde mit Maden "gefeedert", d.h. mit meiner 2-lbs Byron Classic, Futterkorb befüllt mit einer Teig-Maden-Dosenmaismischung wurde peinlich genau zum Marker geworfen, Köder waren Maden und an der Hakenspitze ein Korn Dosenmais,
inzwischen wurden immer wieder mal einige Hände voll Kugeln geröhrlt, in der Nacht wurden die Boiliemontagen genau dorthin gelegt...doch dazu später mehr...
mein Cousin hat sofort resigniert, beide Ruten mit einem einzelnen 20er beködert, 15m rausgependelt, ein bissl drübergespodded & so wie meine Frau den Urlaub genossen
das Bemmerl – Fischen erwies sich als äußerst unterhaltsam, Braxhunting in Reinkultur, schmerzende Arme vom Werfen & „drillen“
auch 2 Aale (einer davon mit 1,10kg und 93cm) und 2 kleine Karpfen konnte ich so landen,
zusätzlich kamen ungefähr 10kg Teig per Futterkorb an den Spot, ein positiver Nebeneffekt,
die ersten 5 Nächte – kein Drücker auf die Kugeln, woraufhin ich von „hinigem Leberkas“ (Dragonblood 24mm mit 20er Robin Red Pop – up)“ auf Red Buzz umgestellt habe (2x 20er sinkend),
in der 6 ten und letzten Nacht begann die Party um ca. 23.30 Uhr:
Vollrun auf der 100m – Rute, der Fisch nimmt unaufhörlich Schnur, der Dieter hat sein Boot über Nacht rausgeholt und war nicht weckbar, alle paar Meter spüre ich entweder dieses grauslige Rattern wenn die Schlagschnur an den Steinen scheuert oder der Fisch im Kraut sitzt, dennoch kann ich ihn immer wieder befreien und nach etlichen Fluchten ranholen,
plötzlich war er schon überm letzten Krautfeld, in dem mir sogar die Brachsen teilweise Probleme gemacht hatten…
...egal, ich entscheide mich ihn hier rüberzuprügeln, was auch überraschend gut gelang…jetzt platscht er schon 2m vor mir herum, und was ich vermutete hat sich bestätigt, ein
mörderisch langer schlanker Balatonponty!
in dem Moment als ich zum Kescher greif burrt er noch mal raus und fährt unter meiner anderen Schnur durch, ich gebe die Rute (warum auch immer…) unter der anderen Rute durch und will weiterdrillen, in dem Moment knallt mir das Blei samt Montage entgegen...weg war er…
während ich noch perplex mit der Rute in der Hand dasteh und grad an John Mc Enroe denke geht die andere Rute ab – ähnlich geiler Drill – diesmal hab ich ihn nicht übers letzte Krautfeld rübergebracht, wieder ausgeschlitzt, wenns lafft dann laffts…
insgesamt hatte ich in dieser Nacht 8 Runs, ausgerechnet der letzte brachte mir dann doch einen
Fisch, einen kleinen stiernackigen glänzenden Schuppi, der dann für mich doch einen sehr hohen Stellenwert hat!
mein Fazit: Plattenteich, wir sehen uns wieder – dann aber deutlich besser vorbereitet!
lg
Martin
P.S.: der Aal auf dem Foto wurde sinnvoll verwertet






