Weit verbreitet ist die Meinung, dass man eine kopflastige Rute einfach mit einer größeren Rolle ausbalancieren kann. Ich selber hatte da schon länger eine andere Meinung, meine postings darübrer wurden aber immer regelrecht zerissen. Also habe ich mich entschlossen einen Test zu machen.
Ich nahm dafür eine 2,70m lange Spinnrute, die Shimano Antares 270 MH, WG 20-50g, die von Natur aus schon leicht kopflastig ist und bestückte sie mit verschiedenen Sationärrollen.
Ich nahm die Rute wie beim Angeln in die Hand, also Rollenfuss zwischen Mittel- und Ringfinger und ließ die Rutenspitze möglichst frei auf eine Küchenwaage sinken.
Dabei habe ich die angezeigten Gewichte mit den verschiedenen Rollen notiert. Zuerst machte ich einen Leertest, also ohne Rolle um eine Vergleichswert zu erhalten. Dabei zeigte die Waage ein Gewicht von 26 g, die Rute erzeugte also durch ihr Eigengewicht einen Druck von 26g.
Dann bestückte ich die Rute mit Rollen in verschiedenen Größen und Gewichten, hier die einzelnen Rollen mit dem Eigengewicht in Klammer und das Gewicht das sie auf der Waage, an der Spitze der Rute erzeugt haben. Begonnen habe ich mit der leichtesten Rolle, beendet habe ich den Test mit der schwersten Rolle.
Shimano Biomaster 2500 (239g) .................25g
Shimano Stradic 3000 (340g) .....................26g
Sänger Spirit 4 (349g) .............................25g
Byron HT 300 (363g) ...............................24g
Shimano Baitrunner 3500 (572g)..................22g
Wie man sieht hat das Gewicht bzw. die Größe der Rolle so gut wie keinen Einfluss auf die Balance einer Rute. Der Druck auf der Waage, der mit den verschieden Rollen erzeugt wird ist nahezu gleich, selbst eine Shimano Baitrunner 3500 (die man natürlich ohnehin nicht zum Spinnfischen, außer vieleicht auf Wels, verwenden würde) hat so gut wie keinen Einfluss auf die Balance der Rute. Durch eine schwerere Rolle wird das gesamte System nur unhandlich und schwerer, dass man es gar nicht mehr merkt wie kopflastig die Rute eigentlich noch immer ist.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man bei einem langen Angeltag jede 10g mehr am Gesamtgewicht der Kombo merkt und jede 10g weniger Gewicht bringt auch noch 10% mehr Freude am Angeltag
Fazit:
Die einzige Möglichkeit eine kopflastige Rute in Balance zu bringen sind Gewichte im Griffteil, was aber natürlich wieder das Gesamtgewicht erhöht. Viele Hersteller kümmern sich nicht um die Balance der Rute, da sie dadurch auf zusätzliche Gewichte im Griffteil verzichten können und ein niedrigeres Gesamtgewicht angeben können.
Man sollte beim Kauf einer Spinnrute immer auf die Balance in Bezug auf das Gewicht achten. Das Gewicht der Rute ist erst dann wirklich relevant, wenn sie dabei möglichst gut ausbalanciert ist. Von stark kopflastigen Ruten sollte man grundsätzlich die Fingern lassen, denn mit größeren Rollen sind die auch nicht ins Lot zu bringen.
Im Zweifel sollte man immer die kürzere Rute nehmen, da diese aufgrund der Bauweise von Haus aus weniger kopflastig sind.







