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Balance von Spinnruten

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Balance von Spinnruten

Beitragvon hgb » 04.12.2011, 16:11

Wie die meisten Angler wissen ist die Balance einer Spinnrute sehr wichtig, da nur eine gut ausbalancierte Rute ein ermüdungsfreies Angeln möglich macht. Viele Angler hören mit dem Spinnfischen wieder auf weil sie es als zu anstrengend empfinden. In Wirklichkeit fischen die meisten aber nur mit dem falschen Gerät. Mit einer guten Spinnausrüstung kann man mehrere Stunden problemlos werfen. Ich werfe oft 10 Stunden oder mehr, ohne größere Pausen.

Weit verbreitet ist die Meinung, dass man eine kopflastige Rute einfach mit einer größeren Rolle ausbalancieren kann. Ich selber hatte da schon länger eine andere Meinung, meine postings darübrer wurden aber immer regelrecht zerissen. Also habe ich mich entschlossen einen Test zu machen.

Ich nahm dafür eine 2,70m lange Spinnrute, die Shimano Antares 270 MH, WG 20-50g, die von Natur aus schon leicht kopflastig ist und bestückte sie mit verschiedenen Sationärrollen.
Ich nahm die Rute wie beim Angeln in die Hand, also Rollenfuss zwischen Mittel- und Ringfinger und ließ die Rutenspitze möglichst frei auf eine Küchenwaage sinken.
Dabei habe ich die angezeigten Gewichte mit den verschiedenen Rollen notiert. Zuerst machte ich einen Leertest, also ohne Rolle um eine Vergleichswert zu erhalten. Dabei zeigte die Waage ein Gewicht von 26 g, die Rute erzeugte also durch ihr Eigengewicht einen Druck von 26g.

P1000573_skl.jpg

P1000575_skl.jpg



Dann bestückte ich die Rute mit Rollen in verschiedenen Größen und Gewichten, hier die einzelnen Rollen mit dem Eigengewicht in Klammer und das Gewicht das sie auf der Waage, an der Spitze der Rute erzeugt haben. Begonnen habe ich mit der leichtesten Rolle, beendet habe ich den Test mit der schwersten Rolle.

Shimano Biomaster 2500 (239g) .................25g
Shimano Stradic 3000 (340g) .....................26g
Sänger Spirit 4 (349g) .............................25g
Byron HT 300 (363g) ...............................24g
Shimano Baitrunner 3500 (572g)..................22g

P1000577_skl.jpg

P1000581_skl.jpg


Wie man sieht hat das Gewicht bzw. die Größe der Rolle so gut wie keinen Einfluss auf die Balance einer Rute. Der Druck auf der Waage, der mit den verschieden Rollen erzeugt wird ist nahezu gleich, selbst eine Shimano Baitrunner 3500 (die man natürlich ohnehin nicht zum Spinnfischen, außer vieleicht auf Wels, verwenden würde) hat so gut wie keinen Einfluss auf die Balance der Rute. Durch eine schwerere Rolle wird das gesamte System nur unhandlich und schwerer, dass man es gar nicht mehr merkt wie kopflastig die Rute eigentlich noch immer ist.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man bei einem langen Angeltag jede 10g mehr am Gesamtgewicht der Kombo merkt und jede 10g weniger Gewicht bringt auch noch 10% mehr Freude am Angeltag :) .

Fazit:
Die einzige Möglichkeit eine kopflastige Rute in Balance zu bringen sind Gewichte im Griffteil, was aber natürlich wieder das Gesamtgewicht erhöht. Viele Hersteller kümmern sich nicht um die Balance der Rute, da sie dadurch auf zusätzliche Gewichte im Griffteil verzichten können und ein niedrigeres Gesamtgewicht angeben können.

Man sollte beim Kauf einer Spinnrute immer auf die Balance in Bezug auf das Gewicht achten. Das Gewicht der Rute ist erst dann wirklich relevant, wenn sie dabei möglichst gut ausbalanciert ist. Von stark kopflastigen Ruten sollte man grundsätzlich die Fingern lassen, denn mit größeren Rollen sind die auch nicht ins Lot zu bringen.
Im Zweifel sollte man immer die kürzere Rute nehmen, da diese aufgrund der Bauweise von Haus aus weniger kopflastig sind.
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon carpio83 » 04.12.2011, 16:28

Danke für den tollen Bericht! Ist ja auch irgendwie logisch das die Rolle keinen Einfluss hat, da sie sowieso in der Hand liegt!
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon buggi » 04.12.2011, 16:49

Guter Test!
Aber eigentlich erwartet man sich grade bei teureren Ruten, dass sie gut ausbalanciert sind, was jedoch anscheinend nicht immer der Fall ist..
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Farmer6 » 04.12.2011, 18:32

Super Bruno

Genau so ist es.
Das Problem ist das die Rutenhersteller nur mit dem Blankgewicht eine Rute verkaufen.
Viele Angler glauben eine teure Rute mit geringen Gewicht ist eine gute Rute.
Das ist totaler Blödsinn.
Ich hab bis jetzt erst 2 gute Ruten gehabt die Gamakatsu Zexxer und die neue Abu Rocksweeper.
Diese sind leicht Kopflastig lassen sich aber durch ca 50g am Griff austarieren.
Der Crank Stick von Fox kostet ca 300€. Diese Rute braucht 100 g zum tarieren.
Also totaler Müll. Es ist nicht immer der Preis der eine gute Rute ausmacht.
Zuletzt geändert von Farmer6 am 04.12.2011, 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Oldman » 04.12.2011, 19:02

Hallo!
Ich habe hier schon vor längerer Zeit einmal Gedanken üder das austarieren von Spinnruten gemacht und das
ist dabei heraus gekommen. Ganz gehe ich mit hgb nicht ganz konform ,dass das Gewicht der Rolle keine Rolle spielt, da jede Rolle
eine andere Gewichtsverteilung hat (z. B. Rolle mit Front oder Heckbremse)
Wie es hgb aber schon schrieb, geht das viele Auswerfen und das Halten der Rute beim Einkurbeln des Köders ganz schön in die Arme b.z.w. in den Arm.
Da zählt im wahrsten Sinne des Wortes jedes Gramm, welches bewegt-gehalten werden muß.
Deshalb greift der Spinnangler zu immer leichteren Ruten und Rollen.
Doch ein Teil der gewonnenen Leichtigkeit -wird zunichte gemacht, wenn die Rute/Rolle nicht ausbalanciert ist.

Balance

Zum Feststellen der Balance wird die Rute mit Rolle z.B. direkt am vorderen Rollenfuß/Stiel
auf den Zeigefinger oder ein Stück Rundholz gelegt- die Rute muß nun waagerecht auf dem Finger oder Holz in der Luft „schweben“.

Die Rute ist nicht ausbalanciert wenn:
- sich die Rutenspitze nach vorn zum Boden neigt (Kopflastig)
- sich das Griffstück nach hinten zum Boden neigt (Hecklastig)
Ausgeglichen werden muß diese Unwucht beim Fischen kraftraubend über das Handgelenk.
Während eine leichte Hecklastigkeit nicht ganz so ins Gewicht fällt- ja von manchem Angler sogar erwünscht, um ihren Anschlag mehr Durchschlagskraft zu verleihen. Eine Kopflastigkeit dagegen nicht.

Für ein ermüdungsfreies Angeln muß solch eine Rute austariert werden.
Dieses kann wie folgt geschehen.
Hecklastigkeit:
- durch Umwickeln des Blanks mit Wickelblei oder Bleidraht (Lötzinn) vor dem vorderen
Griffteil .
Eine Umwicklung mit Isolierband oder gar mit Rutengarn für die Ringbefestigung mit
anschließender Lackbehandlung lässt die Rute wieder gut aussehen
Eine weitere, aber aufwändige Methode, ohne das zusätzliches Gewicht die Rute belastet, wäre das Versetzen des Rollenhalters nach vorn.
Anmerkung :
- das Wickelblei oder der Bleidraht sollte mit Heißkleber fixiert werden um evtl. ein späteres Lösen zu vereinfachen.
Ist aber meistens nicht erforderlich, da eine leichte Hecklastigkeit nicht ins Gewicht fällt.
Kopflastigkeit
- durch Umwickeln des Griffstückes, vor oder auf der Endkappe, mit Wickelblei oder Bleidraht
- durch Einkleben eines Gewichtstückes in den Blank (die Endkappe muß dazu abgenommen
werden)
- die Endkappe durch eine Andere - schwerere – ersetzen.
Auch hier ist das Versetzen des Rollenhalters - nach hinten – eine aufwändige weitere Möglichkeit.
Anmerkung:
- umwickeln des Griffstückes mit Blei –sieht bescheiden aus.
Besser ist es das Gewichtstück nach dem Ablösen der Endkappe mit einer kleinen Schraube an der Endkappe zu befestigen. So kann ich die Rute jederzeit meinen Bedürfnissen anpassen.

Gewicht.jpg


Dieses sind die herkömmlichen Methoden um eine Rute auszubalancieren.
Um Angelruten ob Kopf-oder Hecklastig einfach ausbalancieren zu können habe ich mir dieses ausgedacht.

Nachstehende Zeichnung sollte selbsterklärend sein.

Präsentation1.jpg


Fixiern kann man das ganze durch einkleben mit 2 Komponentenkleber .Eingestellt wird das Ganze durch ein verschließbares Loch (Stöpsel- Wasserkugel) mit einem langen Schraubendreher. Sollte das Gewicht der Gewindestange nicht ausreichend sein, kann man bei Bedarf an den Enden der Gewindestange kleine Gewichte (z.B. eine Mutter) anbringen.
Diese Methode geht nur bei Steckruten.

Eine weitere Methode (zum Ausbalancieren von Kopf- sowohl Hecklastigkeit wäre -müsste schon beider Rutenherstellung geschehen – ein längerer Schraubenrollenhalter mit 2 beweglichen Halterungen. So könnte man die Rolle entsprechend weiter vorn oder hinten dem Gewicht der Rolle entsprechend platzieren.

Halter.jpg
Halter.jpg (7.76 KiB) 703-mal betrachtet


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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Farmer6 » 04.12.2011, 19:14

@Oldman

Die letzte Version finde ich ganz schlecht.
Ich habe jetzt schon viele teure Ruten austariert und ich müsste immer an der Endkappe ca 30-50 Gramm bei teuren Ruten eingeben.

Wenn man jetzt deine Version hernimmt und den Abstand vom Rollenhalter zur Endkappe auf den Drehwinkel berechnet ergibt sich durch austarieren direkt in der Nähe des Rollenhalters ein um ca 5fach höheres Gewicht als am Ende des Blanks.

Wenn du dir die Rollen von Bruno ansiehst hat er sowohl Font als auch Heckbremse verwendet!!!!
Also ist es komplett egal welche Rolle man dran macht. Das Gewicht im Drehpunkt ist komplett egal.
Das Gewicht des Blanks vor und nach dem Rollenhalter müssen gleich sein.
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Oldman » 04.12.2011, 22:05

Hallo!
Code: Alles auswählen
Das Gewicht des Blanks vor und nach dem Rollenhalter müssen gleich sein.


Genau das kannst du mit dem vVrsetzen der Rolle nach vorn oder nach hinten erreichen -gleiches Gewicht vor und hinter dem Drehpunkt. Oder anders ausgedrückt kürzerer Blank -längeres Griffstück oder längeres Blank kürzeres Griffstück.
Schwerpunktverlagerung durch Verlegung des Drehpunktes.
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Farmer6 » 04.12.2011, 22:10

Ja klar.
Aber Ruten mit solchen Rollenhaltern bekommt man im Handel schwer oder gar nicht.
Wenn ich mir eine selbst aufbaue dann Schau ich e dass der Schwerpunkt passt!!

Lg Farmer6
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Andreas » 04.12.2011, 22:24

Ich denke, es kommt immer darauf an, wo man die Rute hält. Persönlich habe ich den Rollenfuß nicht zwischen Zeige- und Mittelfinger, sondern halte die Rute etwas weiter oben um meinen Zeigenfinger auf den Blank legen zu können - so kann ich leichte Bisse besser wahrnehmen. Wenn nun der Haltepunkt etwas oberhalb des Rollenfußes liegt, spielt auch das Gewicht der Rolle wieder eine "Rolle". Aber soviel ist klar: eine nicht ausbalancierte Kombo schlägt aufs Gemüt und somit dauerhaft auf den Fangerfolg.
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Brani » 05.12.2011, 00:00

Das ist ein tolles Thema.

Darf ich auch nur dazu sagen, dass ich beim Jiggen vom Ufer die Rute nicht unbedingt gesenkt halten muss, eher nach oben und diese 20-30 Gramm (bei kopflastiger Rute) praktisch für mich irrelevant sind. Im Boot spielt es aber eine wesentliche Rolle.
Auch beim Twitchen und Jerken merkt man es schnell nach 1-2 Stunden, dass da etwas nicht stimmt.
…. Am besten mit den Ruten zum Händler gehen um nach der richtigen Rolle zu suchen und er wird sich bestimmt freuen. :mrgreen:


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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Hellvis » 05.12.2011, 09:47

Farmer6 hat geschrieben:@Oldman


Das Gewicht des Blanks vor und nach dem Rollenhalter müssen gleich sein.


Das stimmt nicht - das Problem ist das Hebelgesetz! Darum wirkt sich eine Fornt- oder Heckrolle gar nicht aus - der "Hebel" ist zu kurz!
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Farmer6 » 05.12.2011, 10:05

@ Hellvis

Da hast du sicher recht ich wollte auch Oldman nur einfach beschreiben warum seine letzte idee nicht Funktioniert.
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Oldman » 05.12.2011, 11:27

Hallo!
Ihr könnt mir glauben oder laßt es :D :prost:
Durch Verlagerung der Rolle nach hinten kann die Kopflastigkeit behoben werden und hat noch einen weiteren
großen Vorteil -das Gesamtgewicht der Combo wird nicht verändert -erhöht.
Es wäre total Kontraproduktiv auf de einen Seite eine leichte Kopflastigkeit mit Gegengewichten auszugleichen aber
im selben Augenblick das Gesamtgewicht der Combo zu erhöhen .
Ach ja solche Rollenhalter sind nicht auf dem Markt - an englischen Matchruten gab es einmal die Schiebringe wo man die Rolle an
geeigneter Stelle auf dem Griffstück plazieren konnte.
Ein weiterer Vorteil des nach hinten versetzen können einer Rolle ist, das man bei der Verwendung einer Rolle mit großem Spulenkopf den Schnurführungswinkel zum ersten Ring verkleinern kann und hat damit weniger Reibung am ersten Ring.

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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Farmer6 » 05.12.2011, 13:50

@oldman

Ich glaub dir ja auch. Es wäre absolut Top wenn man solche Rollenhalter auf Ruten hätte.
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Re: Balance von Spinnruten

Beitragvon Hellvis » 05.12.2011, 15:58

Wozu - bei einer bestimmten Anwendung brauche ich eine bestimmte Grifflänge. Nutzt mir ja nix, wenn eine Jerkrute "ausgewogen" ist aber der Griff nach hinten viel zu lange ist.
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