Nachdem ich den gestrigen anstrengenden Montag hinter mich gebracht hatte und ein wunderschöner fast schon sommerlicher Abend war, beschloss ich, einen spontanen Gang zum Wienfluß einzulegen. Es war schon ziemlich in der Abenddämmerung und "roch" förmlich nach Fisch. Diesmal fiel meine Wahl auf einen kleinen Streamer Mallard&Orange. Bei der ersten Stromschnelle spürte ich gleich einen festen Ruck, ein kurzes Zappeln und....aus. Weiter stromab gibt es einige ruhig fließende tiefere Rinnen und ich begann, schräg stromab zu werfen, immer auf Deckung in der schon ziemlich hohen Ufervegetation bedacht.
Das Werfen mit dem Streamer an einer normalen Fliegenrute der Klasse 5 ist nicht so einfach und ich fluchte innerlich, weil mir einige Würfe nicht so gelangen, wie ich es gerne gehabt hätte. Aber zumindest blieb ich nirgends hängen und....Übung muss sein.
Da sah ich auch schon zweimal einen Fisch steigen (die Lichtverhältnisse waren so, dass man nicht mehr genau sehen konnte, was es war). Der Streamer wurde ignoriert. Schon bereute ich, einen Streamer gewählt zu haben und es drängte sich die Idee auf, es mit der Trockenfliege zu probieren. Wer weiß, wenn schon vielleicht keine Forelle, dann wenigstens ein nettes Aitel?
Irgendwie hatte ich aber keine Lust mehr,herumzukramen und nahm mir vor, am nächsten gleichartigen Abend unbedingt die Trockenfliege auszuprobieren.
Wieder kam eine schöne Rinne mit einigen wenigen größeren Steinblöcken am Grund und über das Uferwasser hängenden Büschen. Nun gut, probieren wir noch ein wenig. Und da geschah es. Ein heftiger Ruck, gefolgt von wildem Gezappel. Eine Regenbogenforelle konnte das aber nicht sein, denn die schießen kreuz und quer und springen des öfteren während des Drilles. Dieser Fisch wälzte sich eigentlich nur an der Stelle, und schon kam er heran und es war......: Eine wunderschöne Bachforelle mit genau 35cm, sehr gut genährt. Ich freute mich sehr über diesen Fisch aus dem Wienfluß.
Gut 15 Minuten hätte man noch halbwegs Sichtverhältnisse gehabt und vielleicht hätte sich noch ein Fisch verführen lassen, jedoch das wäre mir als Aasfischerei vorgekommen. Der Tag hatte seinen Höhepunkt gehabt, einen für mich doch nicht alltäglichen Höhepunkt und so konnte ich den Weg entlang des Wienflusses zurück bis zu meinem Wagen richtig genießen.








