Doch Angelforum ist eben anders. Schon die Ankündigung klang gut: 10 Hektar Teich in Tschechien, 15 Teilnehmer, keine Boote, außerdem ein sehr moderater Preis, wenn man bedenkt, dass auch Essen miteinbegriffen war. Für mich - User seit 2004 - stand die Entscheidung fest.
Und so belud ich meinen Picasso mit dem Nötigsten, klaubte auf der Pack noch Christoph auf, und drei Stunden später standen wir am Teich. Ich muss sagen: Ein wahres Paradies. Große Wasserfläche, versunkene Bäume, Schilfgürtel, Flachwasserbereiche und ansonsten kaum Befischungsdruck. Da sollte doch was gehen. Als kleines Begrüßungsgeschenk für alle brachte ich eine Kiste besten Lavanttaler Most vom Buschenschank Lippitz mit, der nach anfänglicher Skepsis schließlich alle begeisterte (außer die U-16 Liga).



Nach einer kurzen Teichrunde entschlossen Chris und ich, uns auf der Waldseite anzusiedeln, wo wir zwar etwas länger schleppen mussten, aber seelige Ruhge genossen. Noch bevor ich mit dem Aufbau startete, warf ich zwei Pop-Up Rigs mit PVA-Sticks ins Freiwasser und konnte schon 20 Minuten später im Beisein von Peter alias Kaindlau meinen ersten tschechischen Minikarpfen landen.

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Ein guter Auftakt, aber leider ging bis zum Abend gar nichts mehr. Bevor ich die Ruten einholte und den halben Teich umrundete, um mich der abendlichen Grillfeier anzuschließen, verteilte ich großzügig etwa drei Kilo Boilies unterschiedlicher Art im Freiwasser, wo es nur etwa einen Meter tief war.
Das Grillgut, der Most und das Bier schmeckten bestens, und es wurden viele Erfahrungen ausgetauscht. Es waren alle möglichen User da: Von den ganz Kleinen in elterlicher Begleitung bis zum Senior, vom Spinnfischer bis zum Feederanten.



Und es wurde auch schon fleißig gefangen. Kaum einer, der noch keinen Fisch zum Landgang überreden konnte. Einzig die Versuche, einen Räuber zu überlisten, waren bisher vergeblich geblieben. Auch der Fang geeigneter Köderfische gestaltete sich erst einmal nicht so leicht wie angenommen.



Noch vor Einbruch der Dunkelheit war ich wieder am Platz und warf meine Rigs an die zuvor fleißig befütterten Stellen. Und nun ging es Schlag auf Schlag: Ein kleiner Karpfen nach dem anderen stürzte sich auf meine Köder. Sie hatten den Futterplatz gefunden.

Die Menge an kleinen Karpfen zwischen einem und vierKilo Gewicht war beeindruckend, doch ich wusste, es würde schwierig werden, zu den großen durchzukommen. Zudem hatte ich ein großes Fehlbissproblem. Die kleinen Satzler mit ihrem nervösen Drillverhalten schafften es trotz nadelscharfer Haken immer wieder, das Rig loszuwerden. Um etwa vier Uhr morgens - ich hatte gerade wieder einen Fisch verloren - holte ich die Ruten ein und legte mich zur Ruhe. Das hatte ich dringend nötig, um an nächsten Tag wieder voll angreifen zu können.
Das Fehlbissproblem verschlimmerte sich am Morgen. Mit meiner Biss/Landungsquote von etwa 50 Prozent war ich nicht zufrieden.


Da kam eine Mittagspause gerade recht. Ich stellte das Angeln ein und gesellte mich zu den anderen. Es gab Brachse vom Grill! Eine neue kulinarische Erfahrung, wirklich zu empfehlen!

Am späten Nachmittag machte sich Verzweiflung breit. Ich hatte wieder großflächig für die Nacht angefüttert, doch ich bekam die Fehlbisse und Aussteiger nicht in den Griff. Nun begann ich, mit dem Rig zu experimentieren, wählte eine andere Hakenform und setzte seit langer Zeit wieder einmal Schrumpfschlauch ein.

Garniert mit einem PVA-Stick schleuderte ich die Montage ins Freiwasser und siehe da - keine 20 Minuten später hatte ich einen Fisch gehakt, der offenbar etwas größer war. Ich hievte einen schönen Spiegler von 6,5 Kilo mit einem auffallend großen Kopf auf die Matte. Na bitte, geht doch!


Mittlerweile hatten sich auch die Raubfische gemeldet. Chris konnte einen Hecht verhaften, Thomas einen Zander. Und als wir uns gerade wieder bei der Hütte aufhielten, um zu grillen, fing ein Besucher auf Gummifisch einen knappen 80er Esox, den ich fotografieren durfte. Nice!


Abends verlor ich leider wieder zwei kleine Karpfen, doch danach begannen die Fische, etwas größer zu werden. Ich erwischte kaum noch Satzkarpfen, sondern konnte in der Nacht einen weiteren Spiegler der 6-Kilo-Kategorie landen. In Anbetracht der Umstände war ich sehr zufrieden.


Mitten in der Nacht registrierte ich zwei kurze Piepser, die ich auf Schnurschwimmer zurückführte und mich daher nicht weiter darum kümmerte. Erst als mich einige Minuten später ein Vollrun aus dem Zelt jagte, verstand ich, was passiert war. Ein Fisch hatte den Köder genommen und war damit im Halbkreis auf mich zugeschwommen, ohne dem Bissanzeiger weitere Signale zu entlocken. Ich konnte ihn doch noch bis kurz vor meine Füße pumpen. Dort explodierte der Karpfen und legte eine ansatzlose 30-Meter-Flucht hin. Ich wusste, das war einer der größeren, doch irgendwann mitten im Drill brach der Kontakt ab: Ausgeschlitzt! Scheiße!
Ich konnte einige Stunden schlafen, und wurde am Morgen wieder vom Schreien meiner Funkbox geweckt. Diesmal hing der Fisch und fand den Weg in meinen Kescher. Es war ein wunderschöner, goldiger Schuppenkarpfen, der im Morgenlicht seine ganze Pracht entfaltete und mich für den nächtlichen Verlust entschädigte.

Nun war es leide schon Zeit zum Gehen, doch während dem Zusammenpacken meldete sich noch ein Abschlusskarpfen.

Fazit: Das diesjährige Angelforumtreffen war ein voller Erfolg. Die Leute verstanden sich super, das Essen war bestens, das Gewässer wie geschaffen für ein solches Event: Man hatte beim Angeln absolute Ruhe, war aber in wenigen Minuten in der Gesellschaft der anderen Forumsmitglieder. Jederzeit wieder dabei!









