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Anfängerfragen (Opa sagt...)

Alles übers Karpfenfischen

Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon Gustav » 14.06.2011, 12:43

Hiho

Ich habe nach jahrelanger Pause das Fischen wieder für mich endeckt. Ich war früher oft (klassisch) mit dem Opa fischen und hab das auch mit einiger Begeisterung bertieben. Jetzt bin ich seit 15 Jahren weg vom Schuß und muß bei null anfangen :( Der Opa hat mir zwar einiges wieder gezeigt, aber ich glaub ihm da nicht so recht bzw. bin sicher dass seine Fangmethoden nunja... etwas antiquiert sind. jetzt wollte ich einige Behauptungen von ihm, speziell was das Karfenangeln angeht, hier mal auf den Prüfstand stellen und sozusagen auf Tauglichkeit überprüfen (lassen).
Aus ermangelung an besserem Wissen fische ich momentan so wie im Folgenden beschrieben... (bisher viele kleinere Schleien, Braxen und zwei Kleine Karpfen damit gefangen. also garnichts geht auch nicht damit, aber eben noch nicht größes):

Opa sagt:

1. Auf Karpfen fischt man so fein wie geht. D.h. dünne Monofil (max. 25er)
2. Nie mit Blei , dafür mit relativ schwerenTeigkugeln (zwei Haken). Sonst nichts!
3. Teig wird selbst gemacht. Wasser, Mehl, (Polenta), Vanilliezucker
4. Es ist nicht so wichtig wie weit man auswirft. Natürlich sollten es schon +25-30 Meter sein, aber das reicht an sich... Fische sind eh überall und nirgends
5. Ich habe ihm mal so ein Boiliesystem gezeit (so mit Schlaufe am Haken...). Er meinte, dass ist das größte Klumpert wo gibt... :?

Ist das jetzt alles Blödsinn? Er fischt seit über 40 Jahren und hat auch schon dementsprechend viel gefangen, dennoch klingt alles was er sagt doch etwas.... Simpel.... Wenn ich mir die ganzen Köderarten, Montagesysteme, Profimeinungen, undundundund so ansehe, die im I-net kursieren, dann frage ich mich doch ob es nicht noch was gibt an dem man sich als Anfänger zusätzlich orientieren sollte.
jaja ich weiß schon... "aller Anfang ist schwer" Aber beim fisch ist es halt doch noch mal um ein Stück schwerer einschätzbar ob man richtig oder falsch liegt, da es eben auch sein kann dass man alles richtig macht und trotzdem nicht fängt (oder eben umgekehrt)... da kommt man dann schnell in Versuchung ansich fängige Methoden wieder zu verwerfen, bevor sich ein bestätigender Erfolg eingestellt hat...

Bitte um Hilfe / Meinungen / Tips.

bg,G!
Gustav
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon buggi » 14.06.2011, 13:07

hi!
Dein Opa fischt eben noch "Old School" Technik.
Kenn heute keinen karpfenfischer mehr, der ohne Blei auskommt.
Wie soll man auch ohne Blei auf Entfernung kommen, wenn man an einem stark befischten Gewässer ist, wo die Karpfen weiter draußen sind..
Und ohne Blei kann man auch keine Selbsthakmontage machen.

So fein wie geht aber so stark wie nötig sagt man doch generell, aber zu fein sollte man eben auch nicht fischen, außer man will riskieren einen Fisch zu verlieren :D

Ich fisch fast immer mit dem "Klumpert" ;) Einfach Hartmais aufs Haar und fertig oder auf kurze Distanz einfach Monofiles Vorfach mit Haken (so ein fertiges) und auf den Haken Dosenmais drauf. Geht auch super. Mit Boilies hab ich nocht nicht wirklich Erfahrung..

Man kann mit den Methoden von deinem Opa mit Sicherheit fangen, aber die Frage ist wie gut :D

lg
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon Lupus » 14.06.2011, 13:11

Hallo Gustav!
Vielleicht bin ich ja auch so alt wie Dein Opa (lach), aber die Thesen die ich da lese, sind wirklich sehr antiquiert, und vor allem waren es schon „Opa-Methoden“, als ich zu fischen anfing und sie sklavisch kopierte, was mich so manchen Fisch gekostet hatte.
1) Maximal 25er halte ich für absoluten Humbug dort, wo es sich um ein anständiges (= natürliches Karpfenwasser) handelt.
Die „Mode“, höchstens mit an 25er Schnürl auf „Göbe“ zu fischen stammt oft noch aus den frühen 70er Jahren, damals waren viele zuvor verlandete Altarme neu ausgebaggert worden, das Wasser ziemlich klar, keine Hindernisse und man hat eben auf „frisch g´setzte Karpfen gefischt“.
2) Natürlich k a n n man wenn man mit Teig oder Kartoffel nicht auf große Entfernung fischt, das Blei weglassen, ich habe das auch sehr gerne gemacht und würde es gerne auch wiederbeleben, aber 2 Haken ist Katastrophe. Damit hört man frühestens dann auf, wenn man einen Karpfen drillt und der zweite Haken setzt sich fest. Aber es stimmt: Genau so habe ich Anfang der 70er Jahre wie alle anderen auch am Stürzlwasser gefischt. 2 schiache Teleskopstecken, 2 gleiche Rollen, 25er Peryl drauf und 2 Batzen Teigkugeln (oder für den unschlüssigen Fischer eine Teigkugel und auf das andere einen Tauwurm).
Die Fänge waren im Vergleich zu den, was ich heute erwische, bescheiden, und die Fischverluste waren noch höher.
3) Natürlich kann man einen Teig selber machen. Man muss auch nicht unbedingt mit Boilies fischen, vor allem würde ich keinem empfehlen, von Null auf mit Boilie anzufangen. Boiliefischen soll die Kür sein, wenn man das ganze sonstige Friedfischangeln aus dem FF beherrscht. Ich bin noch nicht so weit gekommen (lach).
4) Woher will er das wissen: Einmal sind die Fische knapp am Ufer, einmal weiter draussen. Man hat sich beim Karpfenfischen sehr mit den saisonmäßigen Gegebenheiten auseinanderzusetzen.
Jessas maa, genau so stur war ich früher, einfach aussiwerfen und stundenlang nix fangen nach der These „die Fisch sind überall oder nirgends“. Klar dass ich mich dann gewundert habe, wieso ein anderer, der womöglich mit dem selben Köder fischt, irgendwo am anderen Ufer fleißig drillte, während mein Bummerl nicht einmal einen Zucker machte.
5) Klumpert ist das keines. Ich selber wende es auch nur im Extremfall an, wenn ich zum Beispiel wo fische, wo ich mit herkömmlicher Methode wegen Tiefenverhältnissen, Uferverhältnissen etc. keine Chance habe. Aber mir ist viel lieber, einen Fisch nach optischer Wahrnehmung anzuschlagen, als die Selbsthakmethode. Ist aber Geschmacksache und sicher unerlässlich, wenn man sehr lange Ansitze macht.
Gruß. Lupus
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon Polsi » 14.06.2011, 13:17

Gustav, die Methoden von deinem Opa sind typisch für die etwas "ältere" Generation unter den Karpfenanglern, und ich bin mir sicher, dass man damit in bestimmten Situationen hervorragend fangen kann. Ich würd zwar nie behaupten, dass es egal ist, wie weit man auswirft, weil für mich immer der Platz das Entscheidende ist und auch vom "so fein wie möglich" würd ich mich distanzieren, aber warum sollte eine Teigkugel an der freien Leine nicht funktionieren?

Allerdings scheint dein Opa Neuerungen generell eher "kritisch" gegenüber zu stehen. Erst mit der Haarmontage und in weiterer Folge mit dem Festblei, ist es möglich geworden, praktisch rund um die Uhr und ganz gezielt auf Karpfen zu angeln. Wurfweiten von über 100 Metern sind bei vielen Anglern ganz normal, und mit dem Boilie hat man den wohl selktivsten Karpfenköder überhaupt "erfunden". Gewässern, an denen früher alle heiligen Zeiten einmal ein Karpfen gefangen wurde, können mit heutigen Methoden regelrecht auseinandergenommen werden. Diese ganze Entwicklung als "Glumpert" zu bezeichnen, halt ich dann doch für ein wenig oberflächlich.
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon Polsi » 14.06.2011, 13:18

Uiiiii, das mit den zwei Haken hab ich erst jetzt gelesen, also das geht wirklich gar nicht... Zudem ist es zB in Kärnten verboten, mit mehr als einem Haken auf Friedfische zu angeln.
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon Hellvis » 14.06.2011, 14:01

Hallo Gustav,

ich bin selsbt alles andere als ein Spezialist für´s Karpfenangeln (und Friedfischangeln ganz allgemein). Die Methoden Deines Großvaters habe ich aber selbst in meiner Kindheit (ein Nachbar hat mich gelegentlich zum Karpfenfischen mitgenommen) miterleben dürfen. Ein paar Punkte könnte ich daher beitragen:

x es kommt sicher sehr auf das Gewässer Deines Opas an. Mit der freien Leine bist Du wurftechnisch sicher stark eingeschränkt. In einem Teich natürlich kein Beinbruch, an einem größeren Gewässer natürlich ein Problem.
x Ähnliches wird auch für die 0,25 gelten. An einem größeren Gewässer oder mit Hindernissen bist Du natürlich schnell an der Grenze und verlierst Fische.
x Die Geschichte mit dem Teig als Köder hat natürlich einen Vorteil, Du hast es schon gesagt: der funktioniert auf viele Fische.
x Hier kommt dann die Entwicklung der Karpfenfischer (die mich als Kind auch sehr interessiert hat, ich hatte aber nie ein geeignetes Gewässer): diese Leute suchten Methoden, um auf Karpfen ohne lästigen Beifang zu fischen. Die Lösung war das Boilie. Wer die damaligen Montagen noch gebunden hat weiß, warum sie (auch heute noch gelegentlich) "Haarmontage" genannt wird.
x Diese Haarmontage war natürlich dem Umstand geschuldet, dass man - aus dem alten Grundsatz möglichst fein zu fischen - eine möglichst unsichtbare Befestigung des Boilies suchte. Erst die Erfahrung zeigte, dass das nicht notwendig ist und es blieb nicht beim "Haar" und heute werden für Karpfen-Rigs relativ auffällige Vorfächer verwendet. Mit der "alten Lehre" natürlich völlig im Widerspruch.
x Das Fixblei ist dann die Weiterentwicklung der "Faulpelze" :-)

Die Karpfen-Rekorde sind in den letzten Jahrzenten hinaufgeschnellt. Der oben erwähnte Nachbar hat auch meist Brassen gefangen. Einmal erwischte er einen Karpfen mit sage und schreibe 4,5 kg --> das war eine Sensation. Dass die Fänge heute größer sind, liegt sicher an den Bewirtschaftungsmaßnahmen und den Futter-Kampagnen so mancher Karpfenfischen. Aber - da bin ich mir auch sicher - mit den alten Methoden hätte man einen 10kg-Karpfen nicht aus dem Gewässer bekommen.
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon Oldboy » 14.06.2011, 14:19

Hellvis hat geschrieben:x Das Fixblei ist dann die Weiterentwicklung der "Faulpelze"

Das unterschreibe ich ... :wink:

Beste Grüße, Oldboy
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon xxgonzoxx » 14.06.2011, 14:25

Eigentlich wurde jetzt eh schon alles wichtige gesagt und meine Meinung vertreten aber zu polsi's Aussage wollt ich noch was anmerken : Es ist witzig zu beobachten das es immer die Aufseher selbst sind die mit Drilling auf Karpfen und lebenden KöFi auf Räuber gehen....
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon Redmire Pool » 14.06.2011, 17:17

Oldboy hat geschrieben:
Hellvis hat geschrieben:x Das Fixblei ist dann die Weiterentwicklung der "Faulpelze"

Das unterschreibe ich ... :wink:

Beste Grüße, Oldboy


Bin ein bekennender Faulpelz! :D

Andererseits würde ich gern so manchen aktiven Fischer bei einer 2 wöchigen Session (Tag und Nacht) aufs Bummerl stieren sehen! :lol: :wink:

Ich würde aber das moderne Karpfenfischen nicht flappsig als Faulheit bezeichnen - ein wichtiger Punkt ist auch das überaus schonende angeln mit dieser Methode - in all den Jahren, als Fixbleifischer sind alle Fische wunderbar gehängt - mit Grauen erinner ich mich an die Matchzeiten zurück....wo da Fische ab und an gepierct wurden.... :(
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon buggi » 14.06.2011, 17:41

Redmire Pool hat geschrieben:
Oldboy hat geschrieben:
Hellvis hat geschrieben:x Das Fixblei ist dann die Weiterentwicklung der "Faulpelze"

Das unterschreibe ich ... :wink:

Beste Grüße, Oldboy


Bin ein bekennender Faulpelz! :D

Andererseits würde ich gern so manchen aktiven Fischer bei einer 2 wöchigen Session (Tag und Nacht) aufs Bummerl stieren sehen! :lol: :wink:

Ich würde aber das moderne Karpfenfischen nicht flappsig als Faulheit bezeichnen - ein wichtiger Punkt ist auch das überaus schonende angeln mit dieser Methode - in all den Jahren, als Fixbleifischer sind alle Fische wunderbar gehängt - mit Grauen erinner ich mich an die Matchzeiten zurück....wo da Fische ab und an gepierct wurden.... :(


Ich fisch eine Kombination aus Fixblei und "Bummerl" :D
Aber bei meinen letzten Runs hätt ich eigentlich keinen Bissanzeiger gebraucht, weil die Karpfen so weggerast sind, da war die Bremse lauter als jeder Piepser :D
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon Redmire Pool » 14.06.2011, 18:10

Tjo wegrasen tun sie eigentlich alle, nur um 2h Früh knotz ich nicht hinter den Ruten, da hab ich es gern, wenns im Zelt scheppert.
Am Altarm sieht es anders aus - dort bräuchte ich nat. auch keine, weil NF-Verbot und da sitz ich direkt hinter den Ruten. Alles eine Frage von wie, wo, wann und wie lange man fischt. :wink:

Ich würd dem Opa einfach seine Meinung lassen und ganz anders fischen! :lol:
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon xxgonzoxx » 14.06.2011, 18:15

ich hab heut beim "spazieren gehen" 9 nebeneinander aufgestellte unbemannte Ruten gesehen, alle im Bissanzeiger etwa 1meter Abstand. Alle am Grund ausgelegt wie irre ist das bitte? :shock:
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon buggi » 14.06.2011, 18:31

xxgonzoxx hat geschrieben:ich hab heut beim "spazieren gehen" 9 nebeneinander aufgestellte unbemannte Ruten gesehen, alle im Bissanzeiger etwa 1meter Abstand. Alle am Grund ausgelegt wie irre ist das bitte? :shock:


Schwarzfischer? XD
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon xxgonzoxx » 14.06.2011, 18:58

Da stellt sich natürlich die Frage : wenn ich mir 5 karten kauf darf ich dann mit 10 Ruten fischen?^^
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Re: Anfängerfragen (Opa sagt...)

Beitragvon buggi » 14.06.2011, 19:01

xxgonzoxx hat geschrieben:Da stellt sich natürlich die Frage : wenn ich mir 5 karten kauf darf ich dann mit 10 Ruten fischen?^^


Selbst wenn, welcher Dodel braucht 9 Ruten um einen Fisch zu fangen?
Würde derjenige ein blank haben, hätt ich aber was zu lachen :D
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