von Lupus » 14.03.2011, 06:27
Hallo Koppenkitzler!
Es stimmt, dass sich Amur dort , wo von Nichtanglern viel mit Brot gefüttert wird, natürlich gerne mit diesem Köder fangen lassen. Ich hatte einmal die Gelegenheit, an einem sonst nicht für die Fischerei zugänglichen Teich, wo sonst mit Brot gefüttert wurde, das auszuprobieren und natürlich war es Spannung pur, wenn sich so ein Torpedo erst träge zum Brot hinschiebt und dann geht „die Post ab“.
Ansonsten hatte ich an heimischen Gewässern folgendes beobachten können: Frische Grashalme, also nicht hartes Gras, sondern das weichere „süßere“ Gras. Als Stimmungsbarometer dafür dienen oft die Rotfedern. Versuche einmal, hochstehende Rotfedern mit abgerissenen Grashalmen zu füttern und die wirst staunen. Diese Cyprinidenart ist wohl der typischste heimische Pflanzenfresser (in der wärmern Jahreszeit). Es ist wahnsinnig komisch zu beobachten, wenn sich zwei Rotfedern um einen längern Grashalm balgen, jede vom anderen Ende her abnagt, bis sie sich mit den Mäulern treffen und sozusagen küssen. Oder eine war die schnellere und zieht mit einem Grasham vor den Konkurrenten ab , der Halm wird immer kürzer und zum Schluß schaut es aus, als habe sie einen „Tschick in der Pappn“.
Diese Erfahrung kann man sich beim Amur zu Nutzen machen und mit etwas Geduld um den kräftigen kurzschenkligen Haken Grashalme knoten, bis es ein ordentliches Büschel ist. Das dann mit leichtem Stoppelzeug oder Wasserkugel flach gestellt als Methode.
Du schreibst April: Das ist natürlich relativ. Es kann im April noch saukalt sein (sogar nach einem warmen März), dann funktioniert das natürlich nicht. Dann wieder gibt es Tage im April, wo im und am Wasser schon der vollste Frühling ausgebrochen ist und die Fische hoch stehen. Ich hatte 1999/2000 das Phänomen erlebt, dass wir von einem Floridaurlaub zurückkamen und in Wien war es mindestens so heiß wie in Florida. Am Ostersonntag waren wir schwimmen! Im Uferwasser standen Fische in Hülle und Fülle um uns herum und auch die berühmten Rotfedern ließen sich mit Gras füttern (aus der Hand!). Das war dann auch die Zeit, wo ich noch gelegentlich mit der beschriebenen Methode auf Amur fischte.
Gruß. Lupus