In einem anderen thread über meine Anfängerprobleme, wo ich mich mit dem Rollwurf ziemlich tapsig anstellte, kamen wir, einige user auf alte Angelbücher zu sprechen. Um dort nicht zu sehr vom Thema abzukommen, und weil aber dieses Thema anscheinend auch für einige interessant zu sein scheint, möchte ich gerne hier weitermachen.
Wir waren auf das Buch "Modernes Flugangeln" von Wolfgang Zeiske zu sprechen gekommen. Ich stimme mit unserem user "wolfgang" darin überein, dass die Bücher dieses Autors der ehemaligen DDR, auch wenn nach heutigen Gesichtspunkten schon in einigem überholt, doch wertvolle Anregungen für junge Angler beinhalten. Ganz genauso wie bei wolfgang, waren auch in meinem Fall, und das hatte ich bereits in jenem anderen topic geschrieben, diese Bücher ein wesentlicher Beitrag zu meiner Leidenschaft als Angler. Ich hatte als Junge von einem Onkel, der in der Tschechoslowakei lebte, regelmäßig DDR-Bücher erhalten. Darunter ist eines ein besonderer "Schatz" von mir. Es heißt "Im Zauber des Fischwassers" und stammt von 1955. Zeiske beschreibt darin in einer besonderes stimmungsvollen Weise Angelerlebnisse seiner Heimat in Mecklenburg, und die einzelnen Geschichten wie "Maitag am Altwasser", "An der Mühldammschleuse"( hier geht es um Zander), "Junitag am Rauschenden Wehr" (der Fang eines großen Flußkarpfens), und viele viele andere schildern mit schönen Naturbeschreibungen und Liebe zum Detail ein typisches Jahr im Leben eines Universalanglers, der von den ersten Plötzen nach dem Eisstoß im Vorfrühling bis zum Sylvesterhecht in Liebe zur Natur und deren Bewohnern das vermittelt, was auch ich am Angeln so sehr mag. Das Lesen dieses Buches, und anderer Standardwerke wie "Karpfen,Schleie, Karausche", oder "Hecht, Barsch,Zander" war und ist für mich eine wunderschöne Ergänzung zum eigentlichen Angeln. Ich beneide wolfgang darum, dass er den Autor tatsächlich mal kurz kennenlernen konnte.
Andal hat auch alte Angelbücher so aus den 60er Jahren erwähnt. Ich habe auch eine schöne Sammlung von diesen Büchern damals des Paul Parey-Verlages. Da gab es Monografien über bestimmte Fischarten , so kleine Büchlein, "die Gelbe Reihe" über jeden einzelnen Fisch, oft von englischen Autoren und ins Deutsche übersetzt. Ausserdem etwas umfangreichere Bücher wie jenes von einem Vorläufer der heutigen Carp-Hunter: Jim Gibbinson "Der Karpfen". Auch wenn es damals noch keine Boilies gab, sondern man mit Kartoffel angelte, ähneln seine Beschreibungen von ganzen Wochenendsitzungen und der tiefen Überzeugung des Catch & Release schon ziemlich den Einstellungen der "modernen Karpfenangler". Recht amüsant zum Ansehen ist auch "Angelpraxis in Bildern" von Eckehard Wiederholz. Ich kann mich noch erinnern, wie ich Weihnachten 1971 dieses Buch von meinen Eltern geschenkt bekam. Es war damals ein topmodernes Angelbuch.






