Abfischung des Triesting - Werkskanaltunnel in Trumau
Weshalb wurde eigentlich abgefischt? Dieser Tunnel ist in klassischer Ziegelgewölbe-Bauweise errichtet worden. Dieses Gewölbe wurde von einem Bauern absichtlich aufgebrochen (aufgegraben und zwei Löcher reingestemmt) und illegal zur Bewässerung seiner Felder verwendet. Es war nun eine Begehung notwendig, zur fälligen Reparatur wird das Wasser über einen Hochwasserkanal umgeleitet.
Ich möchte gleich vor weck nehmen, diese E-Abfischung war nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten. Es waren zwar genügend Helfer anwesend, doch es begann schon damit, daß wir uns beim Einstieg sicherheitshalber anseilten, da es zum Bach sehr steil nach unten ging. Da der Tunnel doch sehr lang war, (über 1km) mussten die Fische immer wieder über weite
Strecken im Tunnel von den Helfern hinaus gebracht werden. Ein Fehler meiner Meinung nach war es mit zwei Dieselaggregate hinein zu gehen. Die verursachten soviel Abgase, dass die Luft im Tunnel sehr schlecht wurde. Ich als Fotograf (nicht so wichtig) gab nach ca. 400m im Tunnel auf, da ich Kopfweh bekam. Einige Bilder hatte ich geschossen und so nahm ich mir den nächsten Fischkübel und nichts wie raus. Nach Bedenken meinerseits über die schlechte Luft im Tunnel (CO/2) und dem relativ langem Rückweg wurden zwar noch zwei Schachtdeckeln geöffnet, doch auch die brachten nicht den erhofften Luftdurchzug.
Aus Sicherheitsgründen wurde dann doch die Aktion etwa bei der Hälfte der Strecke abgebrochen. Alle Fische wurden bestens mit Sauerstoff versorgt abtransportiert und in anderen Bereichen der Triesting wieder rückversetzt. Es wurde eine Aalrut, viele Braben aber auch einige Bachforellen und gar nicht so viele Döbel, wie wir glaubten, gefangen. Wir konnten einen Großteil der Fische retten, doch einige von ihnen werden auf der Strecke bleiben.
Aber die Sicherheit der Menschen geht halt zumindest für mich immer noch bevor und der Aufwand mit Luftgebläse und Sauerstoffversorgung würde sich dann doch nicht lohnen und wehre zu groß. Alles in allem so glaube ich eine zumindest halbwegs gelungene Aktion.
Herzliche Grüße Rudolf






