Diese Niederlage konnten wir aber keinesfalls auf uns sitzen lassen, schon kurze Zeit später waren wir wieder am Start. Diesmal war es Samstag und dementsprechend voll am Wasser. Wir bezogen den Platz "Müllhalde", der meist leer steht. Hier hatten wir am meisten Wasserfläche zur Verfügung. Mit zwei Booten machten wir uns auf Spotsuche. Ich wählte eine schlammige Stelle nahe bei einem Seerosenfeld sowie die Uferpartie, ebenfalls zwischen zwei kleinen Seerosenfeldern. Bruno entschied sich für zwei Plätze mittem im Dschungel, wo er kräftig Partikel, Haferflocken, zerbrochene Boilies und Milch fütterte.



Die so entstandene Megawolke sorgte natürlich sofort für Action am Platz, zumindest die Lauben waren schon wenige Sekunden später am Fressen.

Ich hingegen blieb bei reiner Boiliefütterung.

Der Abend brach herein und wir genossen Würste, Bier und guten Wein.


Vor der Nachtruhe meldete sich bereits die Seerosenrute, doch es war diesmal kein Karpfen, sondern eine Brachse, die den Snowman für genießbar befunden hatte. Wir lagen bereits auf unseren Bedchairs, als wir um ein Uhr morgens von Lärm geweckt wurden. Ein Moped kam über den Feldweg direkt auf unseren Platz zu. Zwei Dirndl standen wenige Sekunden später hinter unseren Liegen.
"Wo ist denn da der Müll?"
Ich: "Wos???"
"Jo, wo is denn do die Stelle, wo die Leut den Müll hinschmeißen?"
Ich zeigte auf den Haufen von Müllsäcken links neben der Liege.
"Der is do neben mir. Wieso?"
"Wir haben was verloren."
"Wos denn?"
"15 Euro. Wir haben sie gestern wie wir die anderen Fischer besucht haben in a leere Tschickschachtel getan und de dann vergessen."
Neben mir: Bruno, der sich vor Lachen kaum noch halten konnte und sich unter sein Sleeping Cover verkroch.
Ich gab den Mädels meine Kopflampe und schnorrte mir eine Zigarette, während sie begannen, den Müll zu durchwühlen, auf der Suche nach 15 Euro. Schließlich kamen sie zum Fazit, dass das Geld nicht mehr da war und es demnach einer der jungen Fischer entwendet haben musste.
Wir boten den Madeln einen Radler an, den sie dankend annahmen und mussten noch einige Fragen über uns ergehen lassen, wie "Habts ihr gar ka Zelt?" (anscheinend waren sie nur Karpfenproleten gewohnt) oder "Wo sind denn eure Ruten?" Die Antwort "In der Hose" brannte Bruno und mir wohl beiden auf der Zunge, doch wir verkniffen es uns doch noch einmal. Schließlich zogen die beiden wieder ab. Ohne Geld und ohne Hoffnung. Verloren.
Um 2 Uhr nachts erhielt ich einen Fullrun auf der rechten Rute, doch als wir mit em Boot ankamen, war de Fisch bereits ausgeschlitzt und der Haken in einem Ast. Sch....!
Geweckt wurden wir von drückender Hitze. Unsere Liegen standen in der prallen Sonne, ich steckte im Schlafsack, zusätzlich mit Bedchaircover gegen die Feuchtigkei, und schwitzte mich zu Tode. Naja, die grüne Hölle hatte wieder einmal gewonnen. Kein Karpfen für uns tapfere Krieger. Nächstes Mal wieder.





